Politbarometer
Auf den FDP-Höhenflug folgt der Absturz

Nach der Ablösung von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) durch Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Union in der Wählergunst zugelegt - zulasten der FDP. Allerdings verlor der auch wegen des Glos-Rücktritts in die Kritik geratene CSU-Chef Horst Seehofer in einer deutlich an Ansehen.

HB BERLIN. Würde der neue Bundestag am Sonntag gewählt, erhielten laut dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer CDU und CSU 38 Prozent. Gegenüber dem Januar gewannen die Schwesterparteien einen Punkt hinzu, während ihr Wunschpartner FDP um einen Zähler auf 13 Prozent nachgab. Damit würden Union und FDP weiter zusammen über eine Mehrheit von 51 Prozent verfügen. Die SPD verharrt mit 25 Prozent (minus 1) im Umfragetief, Grüne und Linke legten um je einen Punkt auf zehn Prozent zu.

In der politischen Stimmung hat sich das Blatt noch deutlicher gegen die FDP gewendet. Nach einem Rekordwert von 16 Prozent im Januar sackten die Liberalen um vier Punkte auf zwölf Prozent ab, während die Union um zwei Punkte auf 39 Prozent zulegte. Zuletzt bewegten sich die Liberalen sogar auf der magischen 18-Prozent-Marke.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer 1202 Wahlberechtigte von Dienstag bis Donnerstag und damit nach der Ernennung des Außenpolitikers Guttenberg zum neuen Wirtschaftsminister. Die Personalie war auch in Teilen der Union als Beleg für mangelnde Wirtschaftskompetenz gewertet worden, wegen der sich Unions-Wähler der FDP zugewandt hatten.

Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten hält einen großen Einfluss der CSU auf die Bundespolitik für schlecht. Mit gut bewerten dies 33 Prozent aller Befragten und 49 Prozent der Unions-Anhänger. 38 Prozent der Parteigänger von CDU und CSU lehnen aber ebenfalls einen großen bundespolitischen Einfluss der bayerischen Schwesterpartei ab. Deren Vorsitzender Seehofer verlor unter den führenden Politikern gegenüber dem Januar-Politbarometer am stärksten an Ansehen. Er fiel von 0,7 auf 0,2 Punkte und lag damit auf dem siebenten Platz. Auf dem vorderen Plätzen lagen unverändert Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Finanzminister Peer Steinbrück. Die CDU-Vorsitzende und die beiden SPD-Minister wurden allerdings ebenfalls schlechter bewertet als im Januar.

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