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31.03.2006 
Gewalt an Berliner Schule

Politiker fordern bessere Integration

Nachdem dem „Hilferuf“ der Lehrer an der Berliner Rütli-Schule stimmen immer mehr Politiker in die Diskussion um notwendige Maßnahmen ein. Auf einmal schreien alle wieder nach einem Wort: Integration. Konkret wird dabei kaum einer.

Die Polizei zeigt Präsenz in der Rütli-Schule. Foto: dpaLupe

Die Polizei zeigt Präsenz in der Rütli-Schule. Foto: dpa

HB BERLIN. Angesichts der Gewalteskalation an der Berliner Hauptschule hat sich Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) für mehr Hilfen für Problemfamilien mit Kleinkindern ausgesprochen. Die entscheidenden Weichen für die Fähigkeit zu lernen würden im allerersten Lebensjahr gestellt, sagte sie am Freitag in Berlin. Die Grundvoraussetzungen dafür seien in manchen Familien jedoch nicht mehr gegeben. Deshalb müssten Familienhelfer überforderten Familien zur Seite stehen. Mit zehn Millionen Euro unterstütze ihr Ministerium solche frühen Hilfen bereits ab der Schwangerschaft.

Mit Blick auf die Probleme an der Berliner Rütli-Schule, wo etwa 80 Prozent der Schüler nicht-deutscher Herkunft sind, sei es wichtig, dass Kinder schon in Kindergärten, -krippen und -horten Zugang zu Bildung haben. Zugleich forderte von der Leyen mehr Autonomie für die Schulen. Bislang sei fälschlicherweise nur über die Schulstruktur – wie eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule – diskutiert worden.

Die Bundesfamilienministerin fordert eine bessere Integration. Die CDU-Politikerin sagte, es sei eminent wichtig, dass Kinder aus Migrantenfamilien in Kindergärten Zugang zu Bildung hätten, um die Sprache zu erlernen. „Aber wichtiger scheint nach den Untersuchungen noch zu sein, Kontakt zu inländischen Kinder zu haben und vice versa.“

„In Kindergärten, wo sie einen relativ kleinen Anteil von Kinder mit Migrationshintergrund haben, gelingt die Integration sehr viel besser als in anderen Kindergärten“, sagte von der Leyen. „Die frühe Integration in Kindergärten ist sicher ein Schlüssel, um Schwellen zwischen verschiedenen Migrationshintergründen abzubauen.“

Wichtiger als die Schulform sei, dass Schulen die Kinder ausreichend auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, sagte die Geschäftsführerin der Robert-Bosch-Stiftung, Ingrid Hamm. „Wir sind tief besorgt, dass es eine immer größere Zahl an Kindern gibt, die nicht arbeitsmarktbefähigt sind und die keinen vernünftigen Beruf erlernen können.“ Dennoch legten die Ergebnisse der Pisa-Studie nahe, dass ein zweigliedriges Schulsystem den Kindern bessere Entwicklungschancen biete.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat an Schüler und Eltern ausländischer Abstammung appelliert, Deutsch zu lernen. „Das Beherrschen der deutschen Sprache ist wichtig, damit auch mit den Eltern ein Gespräch geführt werden kann“, sagte Böhmer am Freitag bei einem Besuch der Rütli-Hauptschule in dem Berliner Problembezirk.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Schulen nicht alleine lassen

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