Politiker weist Vorwurf zurück
PDS-Spitzenkandidat Porsch war Stasi-Spitzel

Der Spitzenkandidat der PDS in Sachsen war nach Medieninformationen Stasi-Spitzel. Er selbst sprach von «diffusen Vorwürfen».

HB BERLIN. Der PDS-Spitzenkandidat für die sächsische Landtagswahl, Peter Porsch, soll nach einem Bericht des «Focus» früher informeller Mitarbeiter (IM) der DDR-Staatssicherheit gewesen sein. Das Nachrichtenmagazin berichtet unter Berufung auf Stasi-Akten, Porsch sei als «IM Christoph» für die DDR-Auslandsspionage tätig gewesen.

Porsch treffen die Vorwürfe als PDS-Spitzenkandidat nur sieben Wochen vor der sächsischen Landtagswahl. In einer ersten Stellungnahme im MDR zeigte sich Porsch, der PDS-Fraktionschef im Dresdner Landtag ist, überrascht. Es handele sich um diffuse Vorwürfe. Zudem sei er als Mitglied des Landtages bereits mehrmals auf Stasi-Mitarbeit überprüft worden.

Der «Focus» berichtet, Porsch sei von 1970 bis in die 80er Jahre und im März 1984 von der Stasi «zeitweilig genutzt» worden. Er soll dem Bericht zufolge der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung Informationen über eine Lesung der regimekritischen Autorin Christa Moog gegeben haben, die damals in der dortigen Wohnung von Porschs heutiger Frau, Regine Thüm, stattgefunden hatte. Er habe nicht nur über die Lesung und die Gäste berichtet, sondern auch über Thüm, berichtet das Magazin.

Die Stasi lobte die Einsatzbereitschaft von «IM Christoph» demnach ausdrücklich. Dem Blatt zufolge heißt es in den Unterlagen, mit Hilfe des IM «konnten wertvolle Hinweise zur Aktivität negativer Schriftsteller in der DDR erarbeitet werden». Porsch war 1973 in die DDR übergesiedelt und dort 1979 eingebürgert worden.

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