Politische Stimmung
CDU verliert in Umfragen weiter

Die Kontroversen um mögliche Koalitionen nach den Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen schaden offenbar vor allem der Union. Bei neuen Umfragen von ARD und ZDF verlieren sie weiter an Zustimmung. Großer Gewinner der letzten Wochen ist die Linkspartei, die in Umfragen immer beliebter wird.

HB BERLIN. Bei jüngsten Umfragen hat die Linke weiter zulegen können. Im Deutschlandtrend der ARD verbessert sich die bei den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen erfolgreiche Partei im Vergleich zum Januar um zwei Prozentpunkte auf elf Prozent. Im ZDF-Politbarometer legte die Linkspartei um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent zu. In Umfragen anderer Institute lag die Linke jüngst sogar bei 14 Prozent.

Die Union muss dagegen Prozentpunkte abgeben. Die ARD beziffert die Zustimmung zu CDU/CSU noch mit 39 Prozent (minus 1), beim ZDF verliert die Union einen Punkt und kommt auf 41 Prozent. Zulegen kann die SPD, die sich um zwei Punkte auf 30 Prozent verbessert. Unverändert je neun Prozent stimmten laut ARD für Grüne und FDP, in der ZDF-Umfrage waren es nur jeweils sieben Prozent. Im Deutschlandtrend schneiden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit einem Wert von je 70 Prozent als beliebteste Politiker ab. Allerdings stimmte eine klare Mehrheit für Merkel (54 Prozent) bei der Frage nach den Vorlieben bei einer direkten Kanzlerwahl.

Steinmeier kam hier auf 33 Prozent. Noch deutlicher neigte sich die Waagschale bei einem Vergleich zwischen Merkel und SPD-Chef Kurt Beck. Hier würden 62 Prozent der Befragten Merkel in ihrem Amt bestätigen, für Beck stimmte nur rund jeder Fünfte. Etwas widersprüchlich sind die Ergebnisse der ZDF-Umfrage: Während die Linke als Partei weiter zulegt, ist deren Vorsitzender Oskar Lafontain im Politbarometer von den Befragten aus der Liste der zehn wichtigsten Politiker herausgewählt worden.

Für Hessen wünscht sich eine Mehrheit der Befragten die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti als Ministerpräsidentin. 50 Prozent sind der Ansicht, dass die SPD-Spitzenkandidatin die künftige Landesregierung führen sollte, obwohl sie weniger Stimmen bekam als die CDU. Nur 33 Prozent möchten Roland Koch weiter im Amt des Ministerpräsidenten sehen. Der CDU-Politiker ist laut ARD-Deutschlandtrend der Verlierer des Monats. Mit seiner politischen Arbeit sind nur 24 Prozent der Bundesbürger einverstanden, das sind neun Punkte weniger als im Januar. Gewinner des Monats ist der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der sich um elf Punkte verbesserte kann und nun mit 51 Prozent der viertbeliebteste Politiker Deutschlands ist.

Obwohl SPD und Grüne in Hessen und auf Bundesebene Koalitionen mit der Linken ablehnen, sind immerhin 44 Prozent der Deutschen dafür, dass die Parteien im Einzelfall ein solches Bündnis prüfen sollten. Darunter sind mehrheitlich Anhänger der Linken (76 Prozent), der Grünen (64 Prozent) und der SPD (59 Prozent). Insgesamt ist jedoch über die Hälfte (51 Prozent) der Ansicht, dass SPD und Grüne generell auf rot-rot-grüne Koalitionen verzichten sollten.

Immer mehr Menschen haben den Eindruck, dass es in Deutschland ungerecht zugeht. Das finden derzeit 62 Prozent der Bundesbürger, sieben Punkte mehr als im Vormonat und so viele wie seit Mitte vergangenen Jahres nicht mehr. Lediglich 35 Prozent haben den Eindruck, dass es in Deutschland alles in allem gerecht zugeht. Eine deutliche Mehrheit von 82 Prozent findet es an der Zeit, dass die Löhne und Gehälter nach vielen Jahren deutlich angehoben würden. Über zwei Drittel (67 Prozent) finden, Arbeit werde heute nicht mehr so gut bezahlt wie früher. Und mehr als jeder Zweite (54 Prozent) glaubt nicht, dass die meisten nternehmen fair mit ihren Beschäftigten umgehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%