Politischer Aschermittwoch: Stoiber stiehlt Seehofer die Show

Politischer Aschermittwoch
Stoiber stiehlt Seehofer die Show

Edmund Stoiber kann es noch. Beim politischen Aschermittwoch in Passau erntet der 73-Jährige viel Applaus – und sticht mit seinen Ansagen sogar den Parteivorsitzende Horst Seehofer aus. Der kündigt der AfD den Kampf an.
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PassauEdmund Stoiber ist mit seinen 73 Jahren sicht- und hörbar älter geworden, doch seine Leidenschaft ist ihm geblieben. Die wild fuchtelnden Arme, die Mischung aus klaren Ansagen und Kauderwelsch-Sätzen – hier in Passau spricht „Mister Aschermittwoch“ zum laut CSU-Parteilegende größten Stammtisch der Welt. Und er erntet oft kräftigeren Applaus als der Parteivorsitzende Horst Seehofer. Wer dem alten Kämpfer Stoiber zwischen den Zeilen zuhört, bekommt allerdings neben Stammtischparolen auch große Sorgen zu hören – vom Euro bis zur Zukunft seiner Partei.

Applaus brandet etwa auf, als Stoiber hervorhebt, dass die CSU als einzige Partei auf allen parlamentarischen Ebenen gegen die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone gestimmt habe. Der in den vergangenen Jahren vom Europaskeptiker zum glühenden Europäer gewandelte Stoiber wirkt aber auch verunsichert. Vor allem was die Zukunft des Euro angeht.

„Die Gefahr ist natürlich gegeben, dass der Euro dann so hart wird wie die Lira,“ sagt er etwa über die vom italienischen Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, ausgelöste Geldschwemme der EZB. Vor allem fürchtet Stoiber einen Aufstand der deutschen Sparer, weil diese nur noch so geringe Zinsen bekommen.

Dass der CSU-Ehrenvorsitzende hier in Passau noch einmal so viel Platz für seine Positionen bekommt, liegt an Seehofer. Dieser hat die althergebrachten Abläufe des Aschermittwochs in den vergangenen Jahren reformiert. Früher sprachen Franz Josef Strauß oder Stoiber – und die rund 3000 Zuhörer hörten bei Unmengen Bier stundenlang zu. Heute ist das Bier geblieben, doch statt einem Redner ließ Seehofer in diesem Jahr gleich fünf Männer ans Pult: einen Passauer Lokalpolitiker, den Vorsitzenden der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, Stoiber, CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und sich selbst.

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Seehofer sagt AfD den Kampf an

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  • Seehofer ist ein Dampf-Plauderer. DIE CSU EIN VERLOGENER VEREIN !!

    --- Es lebe die AfD in Bayern !! Die neue ehrliche, konservative Partei ---

    Frau Seehofer tut nichts für die Deutschen.

    Das ist das Hauptproblem.

    Die Bildung wird vernachlässigt, Leistung wird nicht gefördert oder belohnt.

    Der Arbeitsmarkt trocknet aus und Deutschland verkommt zum Dritte-Welt-Billiglohnland.

    Alles was Frau Seehofer will sind immer neue Flüchtlingskontainer in Deutschland - dafür kämpft sie jeden Tag.

    Die Deutschen sind ihr so schnuppe wie die Cent-Beträge auf ihrem Girokonto.

    SCHLIMM. PFUI !!! EID-BRUCH. Nichts tut sie für die Deutschen NICHTS !!!

    .

  • Horst Seehofer will eine linke Diktatur errichten?


    >>Und der AfD kündigt er den Kampf an – rechts von der CSU werde es auf Dauer keine demokratisch legitimierte Partei geben.<<

    Herrn Seehofers Aussage, dass es rechts von der nach links gerückten CSU keine demokratisch legitimierte Partei geben werde, kann nur so verstanden werden, dass Seehofer eine linke Diktatur errichten will - eine Diktatur aus verschiedenen linken Parteien einschließlich der CSU.

  • Von Strauss zu Seehofer -Der kontinuierliche Abstieg der CSU

    Edmund Stoiber war bereits ein jämmerlicher Abklatsch von Strauss.
    Seehofer wiederum ist ein jämmerlicher Abklatsch von Stoiber.

    Seit dem Tode F. J. Strauss hat die CSU einen kontinuierlichen inhaltlichen wie personellen Niedergang vollzogen, deren bisheriger Tiefpunkt Horst Seehofer war.

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