Politologe:: "FDP profitiert von hartem Schlecker-Kurs"

Politologe:
"FDP profitiert von hartem Schlecker-Kurs"

Der Politologe Peter Lösche führt den Anstieg der FDP-Werte in der jüngsten Forsa-Umfrage auf den harten Kurs der Partei während der Schlecker-Insolvenz zurück. In der aktuellen Umfrage liegt die Partei bei 5 Prozent.
  • 5

Berlin „Da ist ein Zugewinn da, dadurch, dass sie versucht haben, wie es im Jargon heißt, Kante zu zeigen“, sagte der emeritierte Göttinger Professor der Nachrichtenagentur dpa. In dem am Dienstag veröffentlichten Forsa „Wahltrend“ von „Stern“ und RTL waren die seit Monaten schwächelnden Liberalen erstmals wieder auf fünf Prozent gekommen. Lösche sieht die Partei weiter im Aufwärtstrend. „Es kann gut sein, dass sie noch auf sechs, sieben Prozent kommen“, sagte er. „Es hat etwas mit der Politik der FDP zutun, dass sie sich bei Schlecker eindeutig als marktliberale Partei positioniert hat.“ Die Liberalen hatten staatliche Hilfen für die insolvente Drogeriemarktkette abgelehnt.

„Da ist ein Potenzial gerade an CDU-Wählern, die bereit sind, wieder zur FDP abzuwandern, wenn die FDP ein Stück professioneller wird, als sie bisher in den internen Auseinandersetzungen war.“ Schwarz-Gelb läge den Zahlen zufolge mit insgesamt 41 Prozent wieder vor SPD und Grünen - hätte allerdings keine ausreichende Mehrheit. Lösche mahnte beim Umgang mit Forsa-Umfragen allerdings zur Vorsicht, da die Ergebnisse nicht wie bei anderen Instituten am tatsächlichen Wahlverhalten gemessen würden. Andere Umfrage-Institute hatten die FDP zuletzt noch unter fünf Prozent gesehen, etwa Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“ (4 Prozent) und Infratest dimap beim ARD-„Deutschlandtrend“ (3 Prozent).

Die Piratenpartei käme laut Forsa-„Wahltrend“ auf 13 Prozent (plus 1). Andere Meinungsforschungsinstitute ordneten sie bei höchstens zehn Prozent ein. Den Höhenflug der Piraten hält Lösche nun für nahezu beendet. „Ich glaube, die haben ihren Zenit jetzt erreicht.“ Neben Nichtwählern hätten sie vor allem anderen Parteien Anhänger abgejagt. Die seien nun größtenteils abgewandert. „Wenn jetzt tatsächlich Bundestagswahlen wären, dann würden die Piraten wahrscheinlich deutlich weniger als 13 Prozent bekommen“, sagte der Politologe. „Bei Umfragen kann man spielen. Das treibt die Piraten so hoch.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Politologe:: "FDP profitiert von hartem Schlecker-Kurs""

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wer ganz weit links steht, der nimmt Diejenigen, die in der Mitte steht als rechts stehend wahr. Es gehört zum Stil der Linken, Anderdenkende zu diffamieren. Dass dazu ausgerechnet Thomas Mann herangezogen wird, der vor einer Partei flüchten musste, die "sozialistisch" im Firmenschild führte ist geschmacklos.

  • Armes Deutschland!

    Der FDP-Minister Niebel versorgt seine ganzen Parteigenossen mit Posten im Entwicklungshilfeministerium und parallel dazu muss sich diese Partei darüber profilieren, dass sie gegenüber den sozial Schwächeren den "starken Max" heraushängen lässt!

    Der Rössler studierte auf Kosten der Steuerzahler, auch jener schlechtbezahlten Verkäuferinnen beim Schlecker. Der Lindner verprasste einen Millionenkredit der steuerfinanzierten KFW-Bank und der Döring ist zu blöd zum fahren und merkt nicht einmal, wenn er den Außenspiegel abfährt!

    Im Übrigen ging es um eine TRANSFER-Gesellschaft! Diese hätte sich vorrangig aus der Insolvenzmasse von Schlecker finanziert.

    Wer in diesem Land einen "Linksruck" erkennen will, der muss schon extrem weit rechts stehen.

    - sinkende Reallöhne
    - steigendes Lohndumping
    - steigende Armut bei Jung und Alt
    - Überwachung soweit das Auge reicht

    auf der einen Seite

    - explodierende Gewinne
    - Ehrensold für Bestechliche
    - Milliardenspritzen an Banken (letztendlich Privatleute)
    - Steuergeschenke

    auf der anderen Seite.


    Wenn ich die Kommentare von @true-value und @tacheles lese, dann erinnern mich diese beiden an Diederich Heßling aus dem Roman "Der Untertan" von Heinrich Mann.

    Nach oben schön den Buckel krümmen und nach unten treten.

  • Wir brauchen nicht nur eine wirtschaftsliberale Partei, sondern vor allem eine ganzheitlich libereale Partei und eine Antilinkspartei. Die FDP hat vor der Wahl vorgegeben, dies zu sein. Zu Gunsten einer Regierungsbeteiliung mit Amt und Status hat sie ihre Programmatik und ihre Wähler verraten. Politisch erreicht wurde dadurch nichts. Die sozialistische Politik der großen Koalition mit einer sozialdemokratisierten CDU wurde nahezu unverändert fortgesetzt. Auch wenn es mit kleinen Gesten gelingen sollte, die 5 % - Hürde zu nehmen, ihre alten Werte wird die Partei so schnell nicht wieder erreichen. Dafür hat sie ihre Wähler zu sehr enttäuscht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%