Polizei ermittelt
Weitere Misshandlungsvorwürfe in Flüchtlingsheimen

In Nordrhein-Westfalen werden immer mehr Misshandlungsvorwürfe in Flüchtlingsunterkünften laut. Auch in Essen und Bad Berleburg soll es Übergriffe gegeben haben. Die Bundesregierung fordert Aufklärung.
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Burbach/Essen Die Misshandlungsvorwürfe gegen private Sicherheitskräfte in nordrhein-westfälischen Flüchtlingsheimen weiten sich aus. In Burbach im Siegerland wird gegen zwei weitere Wachmänner ermittelt. Damit ist die Zahl der Verdächtigen dort auf sechs gestiegen. Auch in Essen ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung in einer Unterkunft. Im siegerländischen Bad Berleburg sollen zwei 30 und 37 Jahre alte Beschäftigte eines Sicherheitsunternehmens einen Flüchtling verletzt haben.

Auslöser für die Ermittlungen, die am Sonntag bekanntwurden, war ein Handy-Video, das einen Übergriff auf einen Flüchtling in der Einrichtung in Burbach zeigt. In der etwa 10- bis 15-sekündigen Sequenz ist ein Mann zu sehen, der neben Erbrochenem auf einer Matratze sitzt und unter Androhung von Schlägen gezwungen wird, sich hinzulegen. Mittlerweile habe man anhand ihrer Stimmen die beiden Wachleute gefunden und Ermittlungen eingeleitet, sagte der Siegener Oberstaatsanwalt Johannes Daheim am Montag.

Von der Vernehmung der beiden erhoffe man sich auch, den Zeitraum eingrenzen zu können, in dem der Vorfall passierte. „Dann können wir hoffentlich auch das Opfer finden und vernehmen“, sagte Daheim. Außerdem hatte die Polizei ein Handy-Foto gefunden, auf dem zu sehen ist, wie ein Sicherheitsmann einem gefesselt am Boden liegenden Flüchtling den Stiefel in den Nacken setzt, ein zweiter Wachmann schaut zu. Auch gegen diese beiden Verdächtigen wird ermittelt, außerdem gegen zwei Wachleute, bei denen verbotene Waffen wie Schlagstöcke gefunden wurden.


Seit dem Wochenende werde Hunderte andere Flüchtlinge in der Unterkunft befragt, bisher hätten sich daraus „keine weiteren Hinweise auf Exzesse der Sicherheitsleute ergeben“, sagte Daheim. In Essen gaben Flüchtlinge laut Polizei an, nach Streitigkeiten geschlagen worden zu sein. „In den letzten 14 Tagen sind bei uns drei Anzeigen eingegangen“, sagte ein Sprecher am Montag. Die Ermittlungen dauerten an, zur Zeit liefen Befragungen. Gegen die beiden Verdächtigen in Bad Berleburg werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte Daheim.

Die Notunterkünfte in Burbach und Essen sind Einrichtungen des Landes. Von dort werden die Flüchtlinge nach der Erstaufnahme auf die Kommunen verteilt. Betrieben werden beide Heime von der Firma European Homecare aus Essen. Das private Unternehmen führt seit 1989 Wohnheime für Asylbewerber und Flüchtlinge.

Kommentare zu " Polizei ermittelt: Weitere Misshandlungsvorwürfe in Flüchtlingsheimen"

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  • Oh je, habe zu schnell gepostet.

    Natürlich muss es richtig heißen "beeinflussen".

  • Die unmöglichen Taten werden überall verurteilt. Was ist ber mit den Flüchtlingen, die sind nicht menschlich verhalten und die Bäder, Duschen, Küchen und Toiletten vorsätzlich verkommen lassen bzw. absichtlich verschmutzen. Warum wird hier von denen keine Hygiene von denen zwingend gefordert?

  • Es ist natürlich nicht hinnehmbar, und wenn jemand tatsächlich mißhandelt wurde, muss es strafrechtlich verfolgt werden.

    Trotzdem, um mir gerade bei solchen Ereignissen ein Urteil bilden zu können, möchte ich die ganze Geschichte hören, und mich nicht von zwei Fotos und der allgegenwärtigen Empörungswelle beinflüssen lassen.











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