Polizei ermittelt Weitere Misshandlungsvorwürfe in Flüchtlingsheimen

In Nordrhein-Westfalen werden immer mehr Misshandlungsvorwürfe in Flüchtlingsunterkünften laut. Auch in Essen und Bad Berleburg soll es Übergriffe gegeben haben. Die Bundesregierung fordert Aufklärung.
Update: 29.09.2014 - 13:21 Uhr 13 Kommentare
Gelände der Flüchtlingsunterkunft Burbach: Auch bei solch einer Einrichtung in Essen soll es zu Misshandlungen gekommen sein. Quelle: dpa

Gelände der Flüchtlingsunterkunft Burbach: Auch bei solch einer Einrichtung in Essen soll es zu Misshandlungen gekommen sein.

(Foto: dpa)

Burbach/Essen Die Misshandlungsvorwürfe gegen private Sicherheitskräfte in nordrhein-westfälischen Flüchtlingsheimen weiten sich aus. In Burbach im Siegerland wird gegen zwei weitere Wachmänner ermittelt. Damit ist die Zahl der Verdächtigen dort auf sechs gestiegen. Auch in Essen ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung in einer Unterkunft. Im siegerländischen Bad Berleburg sollen zwei 30 und 37 Jahre alte Beschäftigte eines Sicherheitsunternehmens einen Flüchtling verletzt haben.

Auslöser für die Ermittlungen, die am Sonntag bekanntwurden, war ein Handy-Video, das einen Übergriff auf einen Flüchtling in der Einrichtung in Burbach zeigt. In der etwa 10- bis 15-sekündigen Sequenz ist ein Mann zu sehen, der neben Erbrochenem auf einer Matratze sitzt und unter Androhung von Schlägen gezwungen wird, sich hinzulegen. Mittlerweile habe man anhand ihrer Stimmen die beiden Wachleute gefunden und Ermittlungen eingeleitet, sagte der Siegener Oberstaatsanwalt Johannes Daheim am Montag.

Von der Vernehmung der beiden erhoffe man sich auch, den Zeitraum eingrenzen zu können, in dem der Vorfall passierte. „Dann können wir hoffentlich auch das Opfer finden und vernehmen“, sagte Daheim. Außerdem hatte die Polizei ein Handy-Foto gefunden, auf dem zu sehen ist, wie ein Sicherheitsmann einem gefesselt am Boden liegenden Flüchtling den Stiefel in den Nacken setzt, ein zweiter Wachmann schaut zu. Auch gegen diese beiden Verdächtigen wird ermittelt, außerdem gegen zwei Wachleute, bei denen verbotene Waffen wie Schlagstöcke gefunden wurden.


Seit dem Wochenende werde Hunderte andere Flüchtlinge in der Unterkunft befragt, bisher hätten sich daraus „keine weiteren Hinweise auf Exzesse der Sicherheitsleute ergeben“, sagte Daheim. In Essen gaben Flüchtlinge laut Polizei an, nach Streitigkeiten geschlagen worden zu sein. „In den letzten 14 Tagen sind bei uns drei Anzeigen eingegangen“, sagte ein Sprecher am Montag. Die Ermittlungen dauerten an, zur Zeit liefen Befragungen. Gegen die beiden Verdächtigen in Bad Berleburg werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt, sagte Daheim.

Die Notunterkünfte in Burbach und Essen sind Einrichtungen des Landes. Von dort werden die Flüchtlinge nach der Erstaufnahme auf die Kommunen verteilt. Betrieben werden beide Heime von der Firma European Homecare aus Essen. Das private Unternehmen führt seit 1989 Wohnheime für Asylbewerber und Flüchtlinge.

Stark steigende Asylbewerberzahlen
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13 Kommentare zu "Polizei ermittelt: Weitere Misshandlungsvorwürfe in Flüchtlingsheimen"

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  • Oh je, habe zu schnell gepostet.

    Natürlich muss es richtig heißen "beeinflussen".

  • Die unmöglichen Taten werden überall verurteilt. Was ist ber mit den Flüchtlingen, die sind nicht menschlich verhalten und die Bäder, Duschen, Küchen und Toiletten vorsätzlich verkommen lassen bzw. absichtlich verschmutzen. Warum wird hier von denen keine Hygiene von denen zwingend gefordert?

  • Es ist natürlich nicht hinnehmbar, und wenn jemand tatsächlich mißhandelt wurde, muss es strafrechtlich verfolgt werden.

    Trotzdem, um mir gerade bei solchen Ereignissen ein Urteil bilden zu können, möchte ich die ganze Geschichte hören, und mich nicht von zwei Fotos und der allgegenwärtigen Empörungswelle beinflüssen lassen.











  • @Herr Dannenberg – Nein würde er nicht.

    Jürgen Dannenberg schrieb:
    Würde der WDR auch so ein Aufriss machen wenn ein Asylbewerber .........In Hamburg gibt es ganz andere Straftaten....von Asylbewerber. Da ist der Rauschgifthandel nichts ungewöhnliches.

    Nein, das würde er ganz sicher nicht.


    Die gesamte Asylpolitik dieses Landes, die Behandlung der Asylbewerber gegenüber der deutschen und europäischen Bevölkerung – all das zeigt sehr deutlichen welchen geringen Wert autochthone Deutsche wie auch Europäer allgemein in den Augen der politischen und medialen Eliten dieses Landes haben.

    Die Deutschen wie auch die gesamte europäische Bevölkerung wird immer mehr demographisch verdrängt und zur Minderheit gemacht, derweil immer mehr finanziell belastet, und mit all der Gewalt, Krimimalität und Hass, die von den Asyleinwanderern aus der 3. Welt im Stich gelassen – während gleichzeitig jede Gewalttat gegen diese von verherrlicht 3. Welt-Menschen einen Staatsakt auslöst.

    Die politischen und medialen Eliten sind bis aufs Mark antieuropäisch-rassistisch. Sie verehren und verherrlichen die "bunten" Menschen aus der 3. Welt samt ihrer "Kultur" und Religionen im gleichen Maße wie sie alle weißen, christlichen Europäer und die westliche Zivilisation missachten und hassen.

  • Die Gründe für den Asylzuwanderungs-Rekord. 3 Welt Staatler werden angeklockt!


    Nach Malys Angaben werden Asylbewerber in vielen Städten bereits in normalen Wohnquartieren untergebracht – beispielsweise Familien mit Kindern. Das richte sich aber stark nach den örtlichen Verhältnissen.

    Hier werden auch schon die Gründe genannt, warum ausgerechnet Deutschland einen Asylbewerber-Rekord erfährt, während andere europäischen Länder einen Ruckgang erfahren.

    Jeder Araber, Afghane, Afrikaner oder sonstige Dritte-Welt Migrant, der nach Deutschland kommt –ohne das festgestellt wurde, ob er asylberechtigt ist oder nicht– bekommt sofort ein geregeltes Einkommen auf vielfachen Niveau des Durschnittslohnes seiner Heimat und eine eigene Wohnung ausgeteilt.

    Mit anderen Worten: Der Dritte-Welt-Staatler muss einfach hier herkommen, und schon kann er sich ins gemachte Netz netzen. Er muss noch nicht einmal arbeiten, oder beweisen, dass er asylberechtigt ist. Erst gibt es die Leistungen, dann erst die Prüfung!

    Da ist doch kein Wunder, dass die Asylbewerber aus der 3. Welt zielgerichtet ausgerechnet nach Deutschland strömen. Das deutsche Asylsystem mit seinen enormen Leistungen wirkt wie ein rießiger Magnet auf die 3. Welt.

    Das sind freilich noch nicht die Gründe, warum die etablierten Parteien diesen "Magneten" überhaupt errichtet haben und weiter am Laufen halten, warum sie diese verfehlte Asylpolitik immer weiter und weiter betreiben.

  • Es gibt keine Asyleinwanderungs-Rekorde in anderen europäischen Ländern - Wieso sollten wir uns hierzulande damit abfinden

    Während man uns die Asylbewerber-Zustrom auf Rekordniveau als unausweichliche Folge der Krisen in Nahost verkauft, verzeichnen viele europäische Staaten gleichbleindene Asylbewerberzahlen oder sogar einen Rückgang an Asylbewerberzahlen!!!

    http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-QA-14-008/EN/KS-QA-14-008-EN.PDF

    Sie im Dokument "Figure 4": Die Asylbewerberzahlen sind in einigen europäischen Staaten darunter Polen, Ungarn, Spanien, Frankreich, zwischen Ende 2013 und 2014 sogar gesunken. Teils sind die Asylbewerberzahlen sogar drastisch gesunken – um rund 50% in Polen.
    Wieso sollten wir uns hierzulande damit abfinden?


  • Wenn ein Asylbewerber einen Deutschen oder Europäer angegriffen hätte, wäre das kein Lokalzeitungsnachricht wert

    Hätte – wie schon zuvor– wieder einmal ein Asylbewerber einen autochthonen Deutschen oder Europäer angegriffen, gäbe es keine solchen enormen Reaktionen seitens des Innenministers, der Bundesregierung und der ARD. Kein Staatsschutz würde ermitteln, kein Innenministers (oder sonst wer von der SPD) würde seine Bestürzung äußern, keine Taggeschau wäre das Verbrechen eine Erwähnung werden, und kein Politmagazin würde sich dem widmen.
    Bestenfalls ein kurzer Bericht in einer lokalen Zeitung, und das wäre es dann auch schon gewesen.

  • Flüchtlingsparadies NRW
    -------------
    Und was sagt die "Landesmutter" Kraft (SPD) dazu?
    "Ich war auf einem Hausboot auf Urlaub und hatte keinen Handyempfang. Ich war in einem Funkloch!"
    Aber jetzt habe ich davon erfahren und bin natürlich "empört"!
    Bayern erstattet den Kommunen die Kosten für die Flüchtlinge, NRW lässt sie darauf sitzen.

    Über welche sicheren Länder sind sie nach Deutschland eingereist? Warum wurden sie nicht dorthin "zurückgeführt"?

  • Für mich stellt sich der Gesamtkontext so dar: Es gibt in momentan einen großen Ansturm an Flüchtlingen, was ein Teil der Bevölkerung nicht toll findet.
    Also lenkt man den Fokus auf eine Gewalttat mit Flüchtlingen als Opfer, um die Solidarität etwas mehr in Richtung der Fremden zu verschieben.

  • Und der Geschäftsführer von Pro Asyl war Zeuge. Oh Mann. Und warum lag der Mann auf dem Boden? Würde der WDR auch so ein Aufriss machen wenn ein Asylbewerber .........In Hamburg gibt es ganz andere Straftaten....von Asylbewerber. Da ist der Rauschgifthandel nichts ungewöhnliches.

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