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25.05.2007 
Ermittlungen zu Anschlägen

Polizei filzt in Hamburg Briefe

Bei der Fahndung nach den Attentätern von Hamburg, die Häuser und Autos von Politikern und Wirtschaftsvertretern in Brand setzen oder mit Steinen bewerfen, machen die Ermittler selbst vor einer Einschränkung des Briefgeheimnisses nicht Halt: Die Post bestätigt, dass bei ihr ungebetene Untermieter vor der Tür standen.

Post-Briefkasten: Ermittler waren in Hamburg bei Leerungen dabei. Foto: dpaLupe

Post-Briefkasten: Ermittler waren in Hamburg bei Leerungen dabei. Foto: dpa

HB HAMBURG. Ein Sprecher der Deutschen Post AG bestätigte, dass die Polizei in ihrem Hamburger Briefzentrum verdächtige Post kontrolliert hat. Die Beamten hätten einen richterlichen Beschluss vorgelegt. „Dann müssen wir die reinlassen.“ Der Sprecher betonte, die Polizei habe ohne Hilfe der Post gearbeitet. Deshalb sei der Umfang der Kontrollen auch nicht bekannt. „Da wird unser Personal rigoros abgezogen.“ Die Beamten seien von Dienstag bis Donnerstag im Briefzentrum gewesen und hätten auch einen Briefkastenleerer auf seiner Tour begleitet.

Der Hamburger Staatsschutz bestätigte am Mittag „punktuelle Kontrollen“. „Hierbei handelte es sich um richterlich genehmigte Postbeschlagnahmungen im Zusammenhang mit aufgetauchten Bekennerschreiben“, sagte der Leiter der Behörde, Detlef Kreutzer. Ob die Aktion erfolgreich war, ließ er offen. Nach Zeitungsberichten haben die Ermittler nach dem Anschlag auf das Auto von Bild-Chefredakteur „Kai Diekmann“ versucht, Bekennerschreiben der Attentäter an Zeitungsredaktionen abzufangen. Staatsschützer seien beim Entleeren von Postkästen in den Hamburger Stadtvierteln Ottensen, St. Pauli und im Schanzenviertel dabeigewesen; im Briefzentrum Kaltenkirchener Platz in Altona sei die eingesammelte Post durchsucht worden. Ein Bekennerschreiben ging schließlich bei der Nachrichtenagentur dpa ein, was darauf hindeutet, dass es der Polizei entging.

Nach Informationen der Hamburger Morgenpost wollten die Beamten mit dem Sortieren der Briefe frühzeitig herausfinden, in welche Briefkästen die Schreiben eingeworfen wurden, und diese künftig nach Anschlägen rund um die Uhr observieren. Die Polizei wollte sich dazu zunächst nicht äußern und verwies auf eine Pressekonferenz am Freitagmittag.

Seit 2005 hat es in Hamburg zahlreiche Brand- und Farbanschläge auf Häuser und Autos von Politikern und Managern gegeben, in letzter Zeit häuften sich die Taten. Neben dem Auto Diekmanns gingen Wagen von Norddeutsche-Affinerie-Chef Werner Marnette und Finanz-Staatssekretär Thomas Mirow in Flammen auf. Bisher konnte noch kein Täter gestellt werden.

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