Polizei spricht von Unfall
Renommierter Finanzexperte stürzt in den Tod

Der renommierte Finanzwissenschaftler Helmut Seitz ist tot. Der 52-Jährige sei bei einem tragischen Unglücksfall ums Leben gekommen, sagte eine Sprecherin der Technischen Universität Dresden. Der Tod sorgte für Trauer und Fassungslosigkeit.

HB DRESDEN. Seitz war den Angaben zufolge bereits am Mittwoch aus seiner Wohnung im neunten Stock eines Hochhauses in der Dresdner Innenstadt gestürzt. Eine Polizeisprecherin sagte, „es spricht alles für einen Unfall, der sich vermutlich bei Reinigungsarbeiten ereignet hat“. Nach einem Bericht der „Dresdner Morgenpost“ hatte Seitz bei Arbeiten an der Markise auf seinem Balkon eine Leiter genutzt. Dabei habe er das Gleichgewicht verloren und sei 25 Meter in die Tiefe gestürzt.

Der Tod sorgte für Trauer und Fassungslosigkeit. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, würdigte Seitz als einen der profiliertesten Vertreter seines Fachs: „Seine Forschungsergebnisse haben die politische und wissenschaftliche Diskussion zur Begrenzung der Verschuldung der Bundesländer maßgeblich vorangetrieben.“ Er habe seine Meinung immer mit großer Überzeugungskraft vertreten und sich nie politischem Druck gebeugt.

Der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) erklärte: „Der plötzliche Tod von Professor Seitz ist ein großer Verlust für Sachsen. Die Wissenschaft verliert mit ihm einen brillanten Kopf, der die Wirtschafts- und Finanzforschung im Freistaat vorangebracht hat.“ Seitz sei ein engagierten Berater und manchmal auch unbequemer Mahner auf dem Weg zu soliden Staatsfinanzen gewesen. Tillich sprach im Namen der Landesregierung den Angehörigen sein Mitgefühl aus.

Der aus der Pfalz stammende Seitz war an der TU in Dresden Professor für Volkswirtschaftslehre. Mit dem Ifo-Institut war er seit mehreren Jahren als Forschungsprofessor verbunden. Der Experte für Staatsfinanzen hatte mehrfach auch die Fehlverwendung von Solidarpaktmitteln in weiten Teilen Ostdeutschlands angeprangert. Er war auch Sachverständiger in der Föderalismuskommission II..

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