Porsche fühlt sich von Köhler nicht angesprochen
Müller fordert "Signal" gegen überhöhte Managergehälter

Bundespräsident Horst Köhler erhält Unterstützung für seine Kritik an überzogenen Managergehältern. „Wir brauchen um des sozialen Friedens Willen ein politisches Signal gegen überhöhte Managerabfindungen“, sagte Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) dem Handelsblatt.

BERLIN. Falls die Wirtschaft nicht auf die öffentliche Kritik reagiere, sei ein solches Signal nötig, forderte er. So könne der Gesetzgeber eine Höchstgrenze einführen, bis zu der Abfindungen als Betriebsausgaben anerkannt werden. „Denn die soziale Marktwirtschaft wird diskreditiert, wenn Vorstandsbezüge explodieren und Millionen schwere Abfindungen gezahlt werden, während die Belegschaft reduziert wird oder auf Lohnsteigerungen verzichten muss.“ Auch die Kanzlerin signalisierte Zustimmung. „Der Bundespräsident hat ein Thema angesprochen, das viele Menschen in Deutschland bewegt“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm auf Anfrage.

Der Sportwagen-Hersteller Porsche sieht sich von der Kritik des Bundespräsidenten nicht betroffen. „Uns kann Herr Köhler nicht gemeint haben“, sagte ein Unternehmenssprecher dem Handelsblatt. Die starke Steigerung sei „zum ganz überwiegenden Teil ergebnisabhängig“. Der Gewinn komme nicht „aus der Verdichtung von Arbeit oder durch Entlassungen“.

Nach Ansicht des Governance-Experten Theodor Baums fordert Köhler zu Recht, dass die Aufsichtsräte ihre Verantwortung in Fragen der Vorstandsvergütung besser wahrnehmen müssen. „In Deutschland werden die Gehälter im stillen Kämmerlein ausgehandelt“, kritisierte der Professor an der Uni Frankfurt. „Das ist keine gute Kultur.“ Baums will, dass Vorstandsvergütungen vollkommen transparent in den Aufsichtsratsbericht dargestellt und dann zur Diskussion gestellt werden. Die Aktionäre sollen Verträge nicht aushandeln, aber sie „sollen eine Missbilligung aussprechen können“ wie das beispielsweise in Großbritannien üblich sei.

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