Portigon AG
NRW will Kunst der einstigen WestLB retten

Die NRW-Landesregierung will die zum Verkauf stehende Kunstsammlung der einstigen WestLB retten. Doch es drohen Schadensersatzforderungen. Ein Geschäft mit vielen Tücken.
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DüsseldorfDer Verkauf der wertvollen Kunst- und Instrumentensammlung der ehemaligen Westdeutschen Landesbank kann kompliziert werden. Die WestLB-Nachfolgerin Portigon AG muss mit Schadensersatzforderungen rechnen, sollte sie die Sammlung der zerschlagenen Landesbank unter dem Marktpreis verkaufen. Auch strafrechtliche Folgen könnten in dem Fall drohen, heißt es in einem Bericht des nordrhein-westfälischen Finanzministers Norbert Walter-Borjans (SPD) für den Haushaltsausschuss des Landtags.

Portigon muss im Zuge der Abwicklung der einstigen Landesbank rund 380 Kunstwerke und drei Streichinstrumente verkaufen. Die CDU hatte gefordert, die Kunstkollektion zu ihrem Versicherungswert von rund 28 Millionen Euro der landeseigenen Kunstsammlung NRW zu übertragen. Auf dem Kunstmarkt könnten die zum Verkauf stehenden Objekte möglicherweise eine weit höhere Summe bringen.

Schadensersatzansprüche seien „keine theoretischen Szenarien“, erklärte Walter-Borjans. Grund der strengen Regelungen zum Verkauf des Portigon-Betriebsvermögens, zu dem auch die Kunstsammlung gehöre, sei der Gläubigerschutz. Einem Verkauf der Kunstwerke unter Marktwert müsste demnach sogar die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) als nationale Abwicklungsbehörde für Banken zustimmen.

Die „Verschwendung von Gesellschaftsvermögen“ und ein Verkauf unter Marktpreis stelle eine „Verletzung der Sorgfaltspflicht“ dar, heißt es in dem Bericht. Das Aktienrecht verbiete außerdem Austauschgeschäfte zwischen Gesellschaft und Aktionär - in diesem Fall dem Land -, wenn der Leistung der Gesellschaft keine angemessene Gegenleistung gegenüberstehe.

Die rot-grüne Landesregierung sucht derzeit nach Möglichkeiten, die Sammlung über eine Stiftung und mit Hilfe privater Investoren zu sichern. NRW-Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) will ein weiteres Treffen des Runden Tisches abhalten, um Lösungsvorschläge zur Rettung der WestLB-Kunstsammlung zu diskutieren. Dem Runden Tisch gehören Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur an.

Erschwert wird der Verkauf der WestLB-Kunst auch dadurch, dass die wertvollsten Objekte, etwa zwei Bildtafeln der Frührenaissance, ein Gemälde von August Macke und zwei Stradivari-Geigen auf die Liste des national wertvollen Kulturguts gesetzt werden sollen. Damit soll ein Verkauf ins Ausland verhindert werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Portigon AG: NRW will Kunst der einstigen WestLB retten"

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  • Eigenartig!

    Die Kunst will man retten.

    Zu den Sitzungen ging Peer Steinbrück nicht. Und heute? Heute ist er Bundestagsabgeordneter und kassiert Diäten.

    Peer Steinbrück wäre nicht Peer Steinbrück würde er dort sitzen, wo er sein Zuckerbrot kassiert. Heute verdient er sich ein weiteres Zubrot in der Ukraine, kann zu den Sitzungen des Bundestages oder den Ausschüssen erst gar nicht anwesend sein.

    Peer Steinbrück war es auch, der als damaliger Finanzminister zur Finanzierung der Kinderbetreuungskosten das Kindergeld kürzen wollte.

    Im letzten Jahr gönnten sich die Bundestagsabgeordneten mehr als 800 € pro Monat an Diätenerhöhung. Heute streiten sie um eine Kindergelderhöhung um 8 € pro Monat.

    Gibt es in Deutschland keine moralische Instanz mehr, die erklärt, so nicht!

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