Porträt
Kann Wolfgang Schäuble Finanzen?

Ein Wechsel des mitunter sperrigen und gelegentlich zu Provokationen neigenden Wolfgang Schäuble vom Innen- ins Finanzressort käme überraschend – und wäre auch nicht ganz ohne Risiko für Angela Merkel. Denn der Schwabe hat keine Furcht, sich unbeliebt zu machen. Ob ihn das auch für das Finanzressort prädestiniert?
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HB BERLIN. In CDU-Kreisen hieß es am Freitag, Schäuble sei der Favorit von Kanzlerin Angela Merkel für den wohl schwierigsten Posten in ihrer Regierung. An seiner fachlichen Eignung besteht kaum Zweifel. Thematisch ist er auf der Höhe.

Dennoch ist die Personalie für die Kanzlerin auch nicht ganz ohne Risiko. Schäuble sei bekanntermaßen „extrem stur“, sagte ein Unterhändler in den Verhandlungen: „Das ist eine harte Nuss, auch für Merkel.“ Die hatte ihn im Februar 2000 auf dem Höhepunkt der CDU-Parteispendenaffäre als Parteichefin beerbt, manche Beobachter sagten damals, eiskalt abserviert.

Langfristig wollte oder konnte aber auch Merkel nicht auf das politische Talent des 1942 in Freiburg geborenen Juristen verzichten und holte ihn 2005 als Innenminister ins Kabinett. Den Posten hatte er bereits 1989 bis 1991 unter Helmut Kohl inne. Damals hatte er die Federführung bei der Ausgestaltung der Staatsverträge zur Wiedervereinigung. 1992 übernahm der seit einem Attentat im Oktober 1990 an den Rollstuhl gefesselte Schäuble dann die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Schließlich brachte sich der mittlerweile als Kronprinz gehandelte Taktiker in Stellung für die Bundestagswahl 1998. „Wahrscheinlich würde ich der Versuchung nicht widerstehen“, sagte er dem „Stern“. Doch Kohl verwies ihn zur Enttäuschung mancher CDU-Anhänger grob auf den Rang (“Ich mache es selbst, weil ich es am besten kann“) - und verlor dann die Wahl.

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