Porträt
Vom Zivi zum Wehrbeauftragten: Reinhold Robbe

Den ersten Kontakt mit der Bundeswehr hatte der neue Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) strikt verweigert. Weil ihm Anfang der 70er Jahre niemand erklären konnte, warum er im Verteidigungsfall auf Freunde in Ostdeutschland schießen sollte, habe er sich damals gegen den Kriegsdienst gesperrt, sagt der 50-Jährige. Eine Entscheidung, die er nicht bereue.

HB BERLIN. Heute hingegen - nach dem Ende des Kalten Krieges und wegen einer völlig veränderten Sicherheitslage - träte er den Wehrdienst an, sagt er. Seine Haltung zur Bundeswehr änderte Robbe 1995 mit dem Bosnien- Krieg. Damals stimmte er für den Einsatz der Bundeswehr. „Ich konnte nicht mit ansehen, wie in Bosnien brutal Menschenrechte missachtet wurden.“

Robbe wurde am 9. Oktober 1954 im ostfriesischen Bunde geboren. 1970 trat er in die SPD ein. Seit 1994 ist der gelernte Verlagskaufmann im Bundestag, seit 2002 im SPD-Fraktionsvorstand und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. Diese Ämter muss Robbe nun aufgeben: Wehrbeauftragte dürfen dem Bundestag nicht angehören.

Als Wehrbeauftragter will er durch persönliche Kontakte Vertrauen zu den Soldaten aufbauen. „Präsent zu sein ist das A und O. Man muss aus der Praxis lernen und nicht nur aus den Akten.“ Die Bundeswehr braucht seiner Ansicht nach dringend mehr Geld. „Das größte Problem der Bundeswehr ist, dass wir mit einem geringen Budget unwahrscheinlich viel leisten müssen. Wir strecken uns total nach der Decke. Mittelfristig muss der Etat erhöht werden.“

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