Portrait: Reiner Haseloff – der Kronprinz

Portrait
Reiner Haseloff – der Kronprinz

Reiner Haseloff tritt in große Fußstapfen, beerbt den beliebten Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer. Der 57-jährige Kronprinz gibt sich demütig und selbstbewusst zugleich. Ein Portrait.
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MagdeburgReiner Haseloff tritt in große Fußstapfen. Der scheidende Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, den er beerbt, war ein beliebter und erfahrener Landesvater, nur sein Alter hielt ihn von einer weiteren Kandidatur ab. Der 57-jährige Kronprinz gibt sich demütig und selbstbewusst zugleich: „Die Schuhgröße des Ministerpräsidenten ist kleiner als meine. Doch bei Schuhen ist es auch wichtig, wie das Profil aussieht.“ Als Wirtschaftsminister der großen Koalition habe er in den vergangenen Jahren sicher ein gutes Profil nachgewiesen.

Von Anfang an peilte der promovierte Physiker eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition an und setzte auf einen Wahlkampf ohne auffällige Attacken gegen die SPD, weshalb Kritiker auch von einem „Kuschel-Wahlkampf“ sprachen. Er selbst hält diese Bezeichnung allerdings für unangebracht. „Weil wir einfach durch die friedliche Revolution einen anderen Werdegang haben und auch andere Erfahrungen mitbringen in das gesamte politische Geschäft Deutschlands, muss man nicht von Kuschel-Wahlkampf sprechen. Ich würde von einem kultivierten Wahlkampf sprechen.“

Seit 2006 gehört Haseloff als Wirtschaftsminister dem Kabinett an, zuvor war er vier Jahre lang Staatssekretär. Von 1992 bis 2002 war der gebürtige Wittenberger und Vater zweier Söhne zehn Jahre lang Direktor des Arbeitsamtes seiner Heimatstadt. Bundespolitisch ist Haseloff allerdings ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, auch wenn er schon seit 2008 dem Bundesvorstand der CDU angehört.

Er gilt als umtriebig, sucht das Gespräch mit Unternehmern und verteilt Förderbescheide – kaum eine Betriebseröffnung oder Grundsteinlegung, bei der sich Haseloff nicht blicken lässt. Dabei hat er viele der Investoren selbst mit ins Land geholt. Gespräche mit potenziellen Geldgebern erklärte er nach der Landtagswahl 2006 zur Chefsache. Haseloff kommt zugute, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt seit einiger Zeit positiv entwickelt – im vergangenen Jahr lag sie trotzdem noch bei durchschnittlich 12,5 Prozent. Als Ziel hat er ausgegeben, als neuer Landesvater die Arbeitslosigkeit deutlich unter zehn Prozent zu drücken und Fachkräfte ins Land zurückzuholen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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