Posse in der Hauptstadt
Wahlverlierer in Mexiko legt Eid als Gegen-Präsident ab

Der mexikanische Linkspolitiker und Unterlegene bei der Präsidentenwahl, Andrés Manuel López Obrador, hat sich unter dem Jubel seiner Anhänger symbolisch zum „legitimen Präsidenten“ des Landes ausgerufen. Bei seinen politischen Kontrahenten ruft Obrador damit nur noch Kopfschüttteln hervor.

HB MEXIKO-STADT. Elf Tage vor dem gewählten Präsidenten Felipe Calderón, der ihn bei der Wahl am 2. Juli äußerst knapp besiegt hatte, legte López Obrador vor Zehntausenden seiner Gefolgsleute im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt den Eid ab. Mit seiner „Gegenregierung“ will der frühere Bürgermeister von Mexiko-Stadt in den kommenden Jahren die Politik der konservativen Regierung von Calderón bekämpfen. López Obrador sieht sich durch Betrug um den Wahlsieg gebracht.

„Ich verpflichte mich, die Rechte der Mexikaner zu schützen, das nationale Eigentum und die Souveränität zu verteidigen und für das Glück des Volkes zu sorgen“, sagte López Obrador, der eine Schärpe in den Nationalfarben des Landes - grün-weiß-rot - trug. Der Termin des 20. November war bewusst gewählt worden. Am 20. November 1910 begann die Revolution in Mexiko, die zum Sturz des Diktators Porfirio Díaz führte.

Die konservative Partei der Nationalen Aktion (PAN) von Calderón bezeichnete die „Amtsübernahme“ durch López Obrador als einen Unsinn und Scherz. „Wir müssen derartige Vorgänge ignorieren, denn sie haben keinen legalen Wert und keine praktischen Auswirkungen“, sagte ein Sprecher der Partei.

Als nächsten Schritt planen López Obrador und seine Anhänger am 1. Dezember die Verhinderung der Amtsübernahme durch den designierten Präsidenten Calderón vor dem Kongress. Das Gebäude ist erneut seit Tagen von Bereitschaftspolizei abgeriegelt. Am 1. September hatten die Abgeordneten der Partei der Demokratischen Revolution von López Obrador verhindert, dass der scheidende Präsident Vicente Fox dort seine letzte Ansprache an die Nation halten konnte. Calderón ließ am Montagabend erklären, dass er trotz des angedrohten Widerstand seinen Amtseid im Parlament ablegen werde.

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