Posten als EU-Kommissar
Spekulationen um EU-Job für Roland Koch

Nach fast 21 Jahren Abstinenz will die CDU wieder einen Christdemokraten in der EU-Kommission installieren. Einem Medienbericht zufolge hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ausgeguckt.

BERLIN. Merkel will nach Informationen des Magazins „Stern“ den Koch als EU-Kommissar nach Brüssel schicken. Nachfolger von Koch in Hessen solle dann nach der Bundestagswahl im Herbst der derzeitige Verteidigungsminister Franz- Josef Jung (CDU) werden, berichtet der „Stern“.

Kochs Sprecher Dirk Metz wies die Spekulationen zurück. Er sagte der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“: „Zu Kochs Zukunftsplänen ist in den letzten zehn Jahren nachweisbar viel Unfug geschrieben worden. Am Tag seiner Regierungserklärung im Landtag wirkt das aber besonders skurril. Schreiben Sie doch einfach, er wolle UN-Generalsekretär werden.“ Koch hatte nach der Landtagswahl erst Anfang Februar mit einem CDU/FDP-Kabinett die Arbeit aufgenommen. Am Mittwoch erläuterte er im Landtag seine politischen Vorhaben.

Auch die Bundesregierung dementierte den "Stern"-Bericht. „Solche Pläne gibt es nicht im Kanzleramt“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg.

Entsprechende Spekulationen gab es in Berlin wiederholt, weil die Union nach 21 Jahren wieder einen Vertreter nach Brüssel schicken will. Derzeit ist der SPD-Politiker Günter Verheugen Mitglied der EU- Kommission. Er gibt sein Amt mit Bildung der neuen „EU-Regierung“ nach der Europawahl ab. Die SPD hat bereits den Anspruch angemeldet, diesen Posten erneut aus den eigenen Reihen zu besetzen. Merkel lehnt dies ab. Da die endgültige Ratifizierung des Lissabonner EU- Reformvertrags noch offen ist, könnte sich die Bildung der neuen EU- Kommission ins nächste Jahr verschieben.

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