Posten des CDU-Generalsekretärs
Pofalla soll Merkels General werden

Nun ist es offiziell: CDU-Chefin Angela Merkel will den Rheinländer Ronald Pofalla zum Generalsekretär der Partei befördern lassen, sobald sie Bundeskanzlerin ist und Amtsinhaber Volker Kauder den Fraktionsvorsitz übernommen hat. Pofalla ist keine Überraschung, zählt er doch zu Merkels Vertrauten.

HB BERLIN. Kauder sagte am Montag nach einer Sitzung des CDU-Vorstandes, Merkel wolle den 46-jährigen Unions-Fraktionsvize Pofalla als Generalsekretär vorschlagen. Der Oktober erweist sich damit für Pofalla als jener Monat im Jahr, in dem Karriersprünge anstehen: Im Oktober 2002 war er Justiziar der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag geworden, im Oktober 2004 rückte er als Nachfolger von Friedrich Merz zum stellvertretenden Fraktionschef auf.

Dass Merkels Wahl auf Pofalla fallen würde, hatte sich schon länger abgezeichnet. Schon als vor 14 Tagen über die Mitglieder des Bundeskabinetts von CDU und CSU diskutiert wurde, sickerte nebenbei durch, dass die designierte Kanzlerin den Mann vom Niederrhein mit der markanten Brille und Stimme zum Nachfolger des Badeners Volker Kauder machen wird.

Pofalla hat anderen Merkel-Vertrauten in der Fraktion - dazu zählen etwa der Parlamentarische Geschäftsführer Norbert Röttgen, der Saarländer Peter Altmaier und die Düsseldorferin Hildegard Müller - einiges an politischer Erfahrung voraus, was für ihn als Generalsekretär aus Sicht Merkels den Ausschlag gegeben haben dürfte. Seit 1991 leitet Pofalla seinen Heimat-Kreisverband Kleve. Seit 2000 ist er Vorsitzender des Bezirksverbands Niederrhein. Wie sein Vorgänger Kauder weiß Pofalla, wie die Partei tickt. Im Knüpfen von Netzwerken oder dem Ziehen von politischen Strippen kennt er sich aus.

Ein hohes Parteiamt hatte Pofalla allerdings bisher nicht. Er war weder im Präsidium, noch im Vorstand. Als neuer Generalsekretär muss er das leisten, was vor allem die Junge Union fordert: Eine konsequente Analyse des Wahlergebnisses. Aber auch mit dem Nachwuchs müsste er schnell in Kontakt kommen - schon mit 16 Jahren war er einst selbst in den Jugendverband eingetreten.

Noch am Tag seiner Quasi-Nominierung erklärte Pofalla, wie er sich seine Arbeit vorstellt: „Das Profil der CDU in der großen Koalition muss deutlich sichtbar gemacht werden“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Auf der anderen Seite muss aber die Kanzlerschaft von Angela Merkel zum Erfolg führen. Diesen Spannungsbogen intelligent auszufüllen, muss meine zentrale Aufgabe sein“.

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