Posten des SPD-Generalsekretär
Müntefering lässt es drauf ankommen

Die Neubesetzung des Postens des SPD-Generalsekretärs entwickelt sich zur Kraftprobe zwischen Parteichef Müntefering und Teilen der SPD. Der Vorsitzende will seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel durchdrücken, während vor allem Vertreter der Linken Präsdiumsmitglied Andrea Nahles favorisieren.

HB BERLIN. Trotz parteiinterner Kritik besteht Müntefering darauf, seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel auf den Posten des SPD-Generalsekretärs zu setzen. Der Juso-Vorsitzende Björn Böhning sprach sich am Montag dagegen für eine Kandidatur der Parteilinken Andrea Nahles für das Amt aus. Zuvor hatten auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit als erster SPD-Regierungschef und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für die 35-jährige Parteilinke plädiert. Nahles selbst erklärte, sie erwäge ernsthaft eine Kandidatur. Bayerns SPD-Chef Ludwig Stiegler unterstützte dagegen Wasserhövel.

Bereits am Wochenende hatten führende Mitglieder des linken Parteiflügels und der als „Netzwerker“ zusammengeschlossenen jüngeren Abgeordneten Münteferings Entscheidung kritisiert. Nach seinem Willen soll der Bundesgeschäftsführer Wasserhövel vom SPD-Parteitag Mitte November, der über die große Koalition entscheiden soll, zum Generalsekretär gewählt werden. Seinen Vorschlag hatte Müntefering vorher nicht in SPD-Gremien diskutiert, sondern am Wochenende über ein Interview verbreitet. Eine am Wochenende geplante Präsidiumssitzung war kurzfristig auf kommenden Sonntag verschoben worden. Am Montag darauf soll der Vorstand eine Beschlussempfehlung für den Parteitag geben.

Juso-Chef Böhning sagte im Bayerischen Rundfunk, er würde eine Kandidatur von Nahles begrüßen. Müntefering habe das Recht, jemanden vorzuschlagen. „Ich glaube aber auch, dass die Partei eigenständig und selbstbewusst genug ist, über dieses Wahlamt zu entscheiden“, sagte Böhning. Der Posten des Generalsekretärs sei eine „politische Funktion, eine Funktion nach außen“. Lauterbach sprach Nahles in der „Berliner Zeitung“ große Chancen im Fall einer Kampfabstimmung gegen Wasserhövel zu. Nahles sagte laut Vorabbericht der „Süddeutschen Zeitung“, sie wolle die Debatte in Präsidium und Parteivorstand über die Besetzung des Generalsekretärsposten am Ende der Woche abwarten. Eine Kandidatur zur stellvertretenden Parteivorsitzenden lehnte Nahles unter Hinweis darauf ab, dass sie gegen die jetzt bekannten Bewerber nicht antreten wolle.

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