Potential einer linken Bundesregierung: Keine feste Tagesordnung

Potential einer linken Bundesregierung
Mit Rot-Rot-Grün gegen die Merkel-Ära

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Keine feste Tagesordnung

Den Streitpunkt Bundeswehreinsätze reden Rot-Rot-Grün-Fans bei den Linken übrigens eher klein. Klar, sagen sie dann etwa, die Linken wollen keine internationalen Kriegseinsätze, aber Koalitionen sind – ganz allgemein – ohne Kompromisse nicht denkbar.

Was soll nun beim dem rot-rot-grünen Trilog am Dienstag herauskommen? Linke-Fraktionsvize Jan Korte meint: „Es ist eine neue Qualität, dass so etwas aus der zweiten Reihe der Bundestagsfraktionen heraus gemacht wird.“ Ein starkes Signal also. „Wir wollen nichts Konkretes beschließen, es geht um einen Austausch über die Situation.“ Und, so Korte leicht verschmitzt: „Es geht darum, zu sehen, was daraus erwachsen kann.“

Erwartet werden unter anderem SPD-Generalsekretärin Katarina Barley und Ex-Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin. Eine Einführung soll der emeritierte Göttinger Soziologieprofessor Oskar Negt halten – eine feste Tagesordnung gibt es nicht. Dass sich SPD, Linke und Grüne in so einem Rahmen zerstreiten, ist nicht zu befürchten. Dass sie ihre Partei- und Fraktionsspitzen dazu bewegen können, offiziell schon Monate vor der Wahl mehr als nur leicht durchschaubare rot-rot-grüne Signale zu senden, ist aber auch nicht zu erwarten. Die dürften bei vielen aber auch einfach als strategisches Manöver ankommen.

Bei Grünen und CDU dauerte es etliche Jahre nach Beginn ihrer Bonner Pizza-Connection in einem italienischen Restaurant, bis gemeinsames Regieren für viele ihren Schrecken verlor. Im Nachhinein war die Pizza-Connection aber so erfolgreich, dass viele führende Schwarze und Grüne mittlerweile auch im Bund zusammen regieren wollen. Das wäre dann eine andere durchaus greifbare Alternative zur großen Koalition 2017. Bei den Grünen sehen das manche Reformer als die modernere an – sie sind in einer komfortableren Lage als SPD und Linke.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Potential einer linken Bundesregierung: Mit Rot-Rot-Grün gegen die Merkel-Ära"

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  • R2G

    So so, seit 2008 sollen sich Grüne, Kommunisten und Sozis also am Prenzlauer Berg konspirativ getroffen haben, um den linken Umsturz in Berlin zu bewirken.

    Das wird nicht hinhauen.

    Meine Hoffnung ist, dass die AfD so stark wird, dass Sie einen Keil zwischen R2G, Grokos oder Rechts-Neoliberalistische Tendenzen schieben kann.

    Meine Rechnung für die Bundestagswahl 2017:

    SPD 18%, Grüne 11%, Linkspartei 10%, AfD 25%, CDU 28%, FDP 4,5% plus Rest 3,5% .

    Die Leute haben einfach die Schnauze von den etablierten Parteien voll !!!

  • Nein, eine Künast, Göring-Eckert oder Claudia Roth als Kanzlerin. Oder besser noch einen Volker Beck.

    Die würden sich auch wählen lassen. Ganz bestimmt.
    Etwa 10 bis 15% des Volkes wählt die auch.

    Wer sind eigentlich dieser Wähler?

    Aaah, noch schlimmer.

    Verstehe!

  • Mit Rot-Rot-Gruen wird die Fahrt in den Abgrund an Geschwindigkeit aufnehmen. Man sollte nicht davon ausgehen das sich Realisten wie Gysi, Wagenknecht oder Palmer durchsetzen.

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