Präsdentschaftskandidat will Deutschen Mut machen
Köhler mahnt höheres Reformtempo an

Präsidentschaftskandidat Horst Köhler hat der Politik vorgeworfen, zu langsam zu entscheiden und den Menschen in Deutschland notwendige Reformschritte nicht ausreichend vermittelt zu haben. Der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe) sagte er, die Politik habe den Bürgern bisher nicht erklären können, warum sie sparen müssen. „Deshalb haben viele das Vertrauen in die Politik verloren.“

HB HAMBURG. Der Kandidat von Union und FDP für das Bundespräsidentenamt, Horst Köhler, wirft der Politik vor, zu langsam zu entscheiden und notwendige Reformschritte den Menschen in Deutschland nicht ausreichend vermittelt zu haben. "Die Politik hat den Bürgern bisher nicht erklären können, warum sie sparen müssen. Deshalb haben viele das Vertrauen in die Politik verloren", sagte er der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe). Köhler bemängelte, dass die Politik die langfristigen Entwicklungen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Vieles sei in der Vergangenheit zu kurzatmig gewesen.

"Dass Menschen immer älter werden und sich daraus gravierende Folgen für die Sozialsysteme ergeben, ist lange bekannt. Es mag kurzfristig bequem sein, diese Wahrheiten zu verdrängen. Aber das funktioniert heute nicht mehr", sagte er.

Vor dem Hintergrund der Reformdiskussion unterstrich Köhler, dass manche Nachbarstaaten Deutschlands schneller entscheiden. Er sagte: "Wir sind in Deutschland gewohnt, mitunter sehr lange zu diskutieren. Daran muss sich etwas ändern: Wir müssen schneller entscheiden - und auch besser erklären, warum Reformen notwendig sind." Der ehemalige Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungfonds (IWF) äußerte auch die Überzeugung, dass sich Deutschland anstrengen müsse, um im Vergleich zu anderen Staaten nicht weiter zurückzufallen. Man stehe vor der Herausforderung, "unseren Wohlstand zu sichern und unser Land wetterfest zu machen".

Auf die Frage, ob er der Kandidat einer politischen Wende sei, antwortete Köhler: "Ich bin kein Instrument. Ich bin Horst Köhler, und der werde ich auch bleiben. Jede Zeit verlangt von einem Präsidenten andere Fähigkeiten und Qualitäten." Als Schlüsselfigur für ihn persönlich nannte er Theodor Heuss, den ersten Bundespräsidenten.

Köhler sagte auch, warum er sich zur Kandidatur entschlossen hat: Er sei ein Mensch, dem dieses Land einen unglaublichen Aufstieg ermöglicht habe - indem es ihm die Chance zur Bildung gegeben habe. "Das gibt mir ein Gefühl tiefer Dankbarkeit und den Wunsch, dem Land etwas zurückzugeben."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%