Präsidentenamt
Mehrheit der Deutschen gegen SPD-Kandidaten

Die SPD hat ihre Entscheidung über einen eigenen Präsidentschaftskandidaten zunächst verschoben. Die meisten Deutschen lehnen allerdings einen SPD-Gegenkandidaten zu Bundespräsident Horst Köhler ab. Das hat eine aktuelle Umfrage von Forsa ergeben.

HB HAMBURG. Bei der wöchentlichen Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL erklärten 58 Prozent der Befragten, die Sozialdemokraten sollten Köhler bei der Wahl im Mai 2009 eine zweite Amtszeit ermöglichen.

Selbst 57 Prozent der SPD-Anhänger äußerten diese Meinung. 35 Prozent von ihnen hätten gerne einen Gegenkandidaten.

Im Mai 2009 endet Köhlers erste Amtszeit. In der SPD wird erwogen, erneut Gesine Schwan ins Rennen zu schicken. Die Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder war Köhler 2004 knapp unterlegen.

Zunächst will die SPD aber die Entscheidung Köhlers über eine zweite Amtszeit abwarten. Die Union und FDP haben sich bereits auf eine Wiederwahl Köhlers festgelegt. Linke und Grüne wollen nach Angaben ihrer Spitzenvertreter Oskar Lafontaine und Fritz Kuhn das Ergebnis der Landtagswahl in Bayern abwarten, bevor sie sich festlegen.

In der für die Wahl zuständigen Bundesversammlung hätten Union und FDP derzeit noch eine äußerst knappe Mehrheit gegen SPD, Grüne, Linke und Rechtsparteien – durch erwartete CSU-Verluste bei der bayerischen Landtagswahl wäre diese Mehrheit jedoch dahin.

Für die SPD ist es nach den Worten Sprechers der Parlamentarischen Linken, Ernst Dieter Rossmann, allerdings nicht ausgeschlossen, Köhler wiederzuwählen. Die Partei habe aber das „Recht und vielleicht auch die Pflicht“, einen eigenen Kandidaten zu benennen.

Aber solange Köhler über eine zweite Kandidatur nicht entschieden habe, heiße es für die SPD: „Klappe halten, abwarten und deutlich machen, dass wir eine starke Fraktion, eine starke Partei sind und das Recht haben, gegebenenfalls mit einem eigenen Kandidaten Profil zu zeigen, der Wahlversammlung eine Alternative anzubieten. Denn Wahl heißt, etwas auswählen können“, sagte Rossmann im ZDF-Morgenmagazin.

Die von Rossmann geführte Parlamentarische Linke ist die stärkste Gruppierung innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion. Rund 100 Abgeordnete gehören ihr an.

Für die Umfrage zum Bundespräsidenten hatte Forsa 1 001 Bürger befragt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%