Präsidiumsmitglied unterstützt Vorsitzende
Koch kritisiert CDU-Chefin Merkel

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat die Kritik von CDU-Chefin Angela Merkel am Zustand der Union zurückgewiesen und indirekt ihren Führungsstil gerügt.

HB BERLIN. „Ich bin mit der Reformdiskussion in den Reihen der Union sehr zufrieden. Richtige Lösungen lassen sich nicht mit Befehl und Gehorsam, sondern nur mit heftiger Auseinandersetzung und intellektuellem Ringen erreichen“, sagte Koch.

Merkel hatte die eigenen Reihen am Wochenende ermahnt, es fehle an Geschlossenheit und konzeptioneller Klarheit bei der Darstellung von CDU/CSU als Alternative zur Bundesregierung. Dazu sagte Koch mit Blick auf die guten Umfragewerte der Union: „Mehr als ziemlich nah an der absoluten Mehrheit und doppelt so stark wie die Regierungspartei SPD zu sein, ist kaum möglich.“

Koch warnte vor einer zu frühen inhaltlichen Festlegung: „Wenn wir jetzt ein fertiges Programm hätten, wäre das 2006 vor der Bundestagswahl womöglich längst veraltet. Es ist wichtig, dass sich CDU und CSU vor der Wahl über den richtigen Weg streiten und darüber beraten.“ Die Frage, ob Merkel die Kanzlerkandidatur noch zu nehmen sei, ließ Koch offen. „Wir werden die Personaldiskussion so führen, wie wir es verabredet haben: Nicht jetzt, sondern rechtzeitig vor der Bundestagswahl“, sagte er.

Das CDU-Präsidiumsmitglied Hildegard Müller dagegen unterstützte Merkel. „Es ist gut, dass wir eine Parteivorsitzende haben, die nichts übertüncht, und die sagt, da sind noch einige Aufgaben zu erledigen“, sagte sie der „Thüringer Allgemeinen“. Müller schloss nicht aus, dass weiterhin „hier und da Eitelkeiten aufbrechen“, sagte aber auch: „Die Partei hat eine hohe Erwartungshaltung an die Führungspersönlichkeiten, nicht die persönlichen Egoismen vor das Wohl des Landes zu stellen. Das hat der eine oder andere in den letzten Monaten - glaube ich - auch verstanden.“

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