Preispolitik zulasten der Patienten
Kassen kritisieren Zähnärzte

Die gesetzlichen Krankenkassen werfen den Zahnärzten vor, beim Zahnersatz Kosten auf Patienten abzuwälzen. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) versuche, den Zahnärzten auf Kosten der Versicherten Mehreinnahmen von rund 1,1 Mrd. € zu sichern, kritisierten die Kassen-Spitzenverbände am Dienstag in Bonn.

HB BONN/BERLIN. Außerdem warfen sie privaten Versicherern vor, Patienten durch Falschinformationen zu verunsichern. Durch Werbung erweckten sie den falschen Eindruck, Zahnersatz ließe sich von 2005 an nur noch privat versichern.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forderte dazu auf, die Kosten für den Zahnersatz nicht zu hoch anzusetzen. Die Ängste älterer Menschen, die fälschlicherweise befürchteten, Zahnersatz werde künftig nicht mehr bezahlt, „machen mir Sorgen“, sagte sie in Berlin.

Anstelle der bisherigen prozentualen Kostenerstattung wird nach Angaben der Kassenverbände vom kommenden Jahr an ein fester Zuschuss gezahlt, der sich am Befund orientiert. Die KZBV versuche, die bisherigen Leistungsstandards der Ärzte zu senken. Wenn der Patient dann eine bessere Versorgung wolle, müsse er die Differenz aus eigener Tasche bezahlen. Die Kassenmitglieder würden bereits durch die Zusatzversicherung für den Zahnersatz belastet. Die AOK werde keinem Vorschlag zustimmen, der zusätzlich Kosten auf den Patienten abwälze.

Die Krankenkassen kritisierten auch das Werbematerial privater Versicherer. Darstellungen, wonach die gesetzlichen Krankenkassen ab 2005 den Zahnersatz nicht mehr bezahlten, seien falsch. Die AOK warnte vor „übereilten“ Abschlüssen von Privatpolicen und riet, sich nicht von „Falschinformationen“ verunsichern zu lassen.

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