Preisstabilität
Bundesbank: Drei Prozent Inflation möglich

Weil die Rohstoffpreise weiter steigen, überschattet eine hohe Teuerungsrate den Aufschwung in Deutschland. Die Bundesbank rechnet mit bis zu drei Prozent, für den Euroraum prognostiziert sie 2,5 Prozent Teuerung.
  • 3

Gödöllö/MünchenDie Verbraucher in Deutschland müssen sich wegen steigender Energie- und Rohstoffpreise in diesem Jahr auf weiter steigende Inflationsraten einstellen. Sie könnten nach Prognose von Bundesbankpräsident Axel Weber zum Jahresende sogar fast drei Prozent erreichen. Weber sprach am Samstag im ungarischen Gödöllö nach Beratungen der EU-Finanzminister von einer "deutlichen Eintrübung der Preisperspektiven". Für den gesamten Euroraum gingen die Währungshüter daher im Jahresdurchschnitt von einer Teuerungsrate deutlich über der EZB-Warnschwelle von zwei Prozent aus. "Ich würde sogar so weit gehen, dass sich das Richtung 2,5 Prozent im Durchschnitt des Jahres bewegen könnte."

37 Prozent der Deutschen fürchten Inflation

Ausdrücklich noch schlechter sieht der Ende April ausscheidende Bundesbankpräsident die Perspektiven für Deutschland. Dort rechne er vor allem in der zweiten Jahreshälfte mit Preissteigerungsraten, "die sogar an drei Prozent herankommen könnten". Weber wies in diesem Zusammenhang auch auf die tarifpolitische Landschaft mit aktuellen "Abschlüssen um die drei Prozent" hin. Die Sorgen vor einer Inflation spiegeln sich auch in einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest wider: Demnach haben 37 Prozent der deutschen Bürger Angst, dass die Inflation ihrer Vermögen auffressen wird.

Hervorragend präsentiert sich dagegen die deutsche Wirtschaft in Sachen Konjunktur. Nach Webers Einschätzung dürfte die größte Ökonomie Europas den schweren Einbruch des Rezessionsjahres 2009 deutlich schneller verdaut haben als die meisten europäischen Partner. Weber sprach von einem "moderaten aber heterogenen" Aufschwung im Euroland.

BIP im Euroraum erholt sich nur langsam

Die europäische Wirtschaft hingegen spürt die Nachwehen der Krise noch heute. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone mit seinen 17 Mitgliedsländern werde "etwa erst zum Ende des Jahres 2012" wieder auf dem Vorkrisenniveau sein, sagte Weber. "Wir dürften das in Deutschland schon Ende dieses Jahres erreichen, obwohl wir im Vergleich zum Euroraum insgesamt einen viel tieferen Konjunktureinschnitt hatten, aber eben auch eine höhere Dynamik jetzt", sagte er. "Der Aufschwung ist bei den Arbeitnehmern angekommen", fügte er mit Blick auf die positive Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt hinzu.

EU-Kommissar: "Es bleiben Unsicherheiten"

Größere Gefahren für die Erholung in Europa sind nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Olli Rehn nicht in Sicht. Der Aufschwung verfestige sich. "Es bleiben aber Unsicherheiten", sagte Rehn und wies auf die Krisen im Nahen Osten und Nordafrika sowie die Atomkatastrophe in Japan hin. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die internationalen Krisen den Aufschwung in Europa beeinträchtigten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte erst am Donnerstag mit einer Zinserhöhung ihre Politik des extrem billigen Geldes beendet. Der Leitzins stieg um 0,25 Punkte auf 1,25 Prozent, um der anziehenden Inflation Einhalt zu gebieten. Seit Monaten heizen hohe Energie- und Rohstoffpreise die Inflation an, im März lag die jährliche Teuerungsrate im Euro-Raum mit 2,6 Prozent deutlich über der EZB-Warnschwelle von 2,0 Prozent. Volkswirte erwarten, dass die Notenbank ihren wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld in den nächsten Monaten in kleinen Schritten auf 2,0 Prozent anheben wird.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Preisstabilität: Bundesbank: Drei Prozent Inflation möglich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der wesentliche Teil der Inflation ist als öffentliche Verschuldung gebunkert. Zwecks Entkopplung der Inflation von der Geldmenge wurde ein Warenkorb erfunden, der heile Welt im Kurzzeitbereich vorgaukelt. Solange die Gläubiger keine "kalten Füße" bekommen, funktioniert dieses Spiel weiter.

  • Wer glaubt denn noch diesen geschönten Statistiken ?
    Geht mal nur Tanken dann merkt ihr was Inflation ist....

  • Wie kriege ich Deutschland am Schnellsten kaputt ? Genau so, wie es gerade gemacht wird.

    - Kompetenzen an das bürokratische Brüssel abgeben, damit hat das Volk in D garnichts mehr zu sagen

    - Bürger-Geld verbrennen mit Inflation, damit verringern sich auch die Staats-Schulden, super

    - Migranten in die Sozialsysteme laufen lassen, damit wird das Heimatgefühl der Deutschen zerstört und sie haben garkeine Lust mehr auf Nachwuchs

    - Staats-Milliarden abzweigen in die EU-Nachbar-Staaten

    - GEZ-Sender ausstatten mit nervtötendem linkem Erziehungs-Fernsehen, Kochserien und "Kessel Buntes"

    - vor den Wahlen Versprechen und gleich danach Brechen

    - jeden Tag den Deutschen erzählen, dass sie alternativlos vergreisen und aussterben

    - die fleissige Mittelschicht auspressen, belügen und ignorienen. Die sind auch von alleine fleissig.

    Demokratie steht auf dem Kopf, Deutschland wird "gestaltet" von oben, wie es den Designern gefällt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%