Premier weiter unter Druck
Opposition wirft Blair „Kultur der Täuschung“ vor

Der britische Premierminister Tony Blair ist von der Opposition beschuldigt worden, bei der Rechtfertigung des Irak- Krieges auf eine „Kultur der Täuschung“ gesetzt zu haben. „Die Wahrheit wird Ihnen in schnellem Tempo fremd“, warf ihm der konservative Oppositionsführer Iain Duncan Smith am Mittwoch in einer Unterhaus-Debatte vor.

HB/dpa LONDON. Blair bestritt erneut, die Öffentlichkeit getäuscht zu haben. Er verteidigte auch wieder umstrittene Geheimdienst-Erkenntnisse, wonach Saddam Hussein versucht haben soll, in Afrika Uran für sein Atomprogramm zu kaufen. „Ich stehe hundertprozentig hinter der Behauptung“, sagte Blair. Saddam habe in den 80er Jahren große Mengen Uran in Niger gekauft, und es sei „nicht undenkbar“, dass er dies erneut versucht haben könnte.

Duncan Smith verlangte von Blair die Entlassung seines Beraters Alastair Campbell, der von der Opposition für zwei umstrittene Irak- Dossiers verantwortlich gemacht wird. Sonst werde „niemand mehr ein Wort von dem glauben, was Sie sagen“, hielt er Blair vor.

Der Chef der Liberaldemokraten, Charles Kennedy, forderte, die von Blair angegebenen Kriegsgründe von einem unabhängigen Ausschuss untersuchen zu lassen. Blair warf beiden Parteien Opportunismus vor. So hätten die Konservativen die Kriegsentscheidung voll mitgetragen, wollten jetzt aber politisches Kapital daraus schlagen.

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