„Prima Mensch“
CDU-Schatzmeister bekommt Respekt für Rückzug

Nach den Turbulenzen um Auslandskonten und Steuerfragen hatte der CDU-Schatzmeister Helmut Linssen seinen Hut genommen. Dafür zollen ihm nun auch Unionspolitiker Respekt. Er sei ein „prima Mensch“.
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ErfurtFührende CDU-Politiker haben dem Schatzmeister der Partei, Helmut Linssen, für seinen Rückzug von dem Amt wegen einer umstrittenen privaten Geldangelegenheit Anerkennung gezollt. Er habe die Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis genommen und danke ihm für seine Arbeit, sagte Generalsekretär Peter Tauber am Freitag vor Beginn einer zweitägigen Klausur des CDU-Bundesvorstands in Erfurt. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest. Den werde die CDU-Vorsitzende Angela Merkel „zum richtigen Zeitpunkt“ vorschlagen.

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sprach von Respekt für Linssen. Bundestagsvizepräsident Peter Hintze sagte, Linssen sei ein prima Mensch und ein exzellenter Schatzmeister. Sein Rückzug tue ihm leid für die CDU. Linssen habe nicht gegen Regeln verstoßen. CDU-Vize Julia Klöckner sagte: „Das ist sicherlich auch ein privater Schritt.“

Von einem anderen Posten will der ehemalige CDU-Schatzmeister allerdings nicht zurücktreten. Linssen will sein Amt als Vorstand der RAG-Stiftung einer Sprecherin zufolge behalten. Linssen wolle bei der Stiftung im Vorstand bleiben, erklärte eine Sprecherin der Essener Stiftung und bestätigte damit einen Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers". Linssen ist bei der mächtigen RAG-Stiftung, der Mehrheitseignerin des Chemieriesen Evonik, seit Dezember 2012 für Finanzen zuständig. Als CDU-Bundesschatzmeister will Linssen im kommenden April ausscheiden, hatte er am Donnerstag angekündigt.

Der „Stern“ hatte über Einzahlungen und Abhebungen des 71-Jährigen bei einer Luxemburger Bank über mehrere hunderttausend Euro zugunsten und zulasten einer Briefkastenfirma zwischen 1997 und 2004 berichtet. Die Firma habe auf den Bahamas, später in Panama gesessen. Dem „Stern“ zufolge war ein Strafverfahren gegen Linssen 2012 eingestellt worden. Er habe aufgrund von Verjährungsfristen aber nur Zinserträge von 2001 bis 2005 nachweisen müssen. Das Konto sei 2004 aufgelöst worden, also kurz bevor er 2005 NRW-Finanzminister wurde. Linssen selbst sagt, er habe keine Steuern hinterzogen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Prima Mensch“: CDU-Schatzmeister bekommt Respekt für Rückzug"

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  • Frau Merkel ist mit Ihrem Personal schon sehr bestraft das sieht man ja hier wieder einmal. Und dann war da einer DER hatte die NSA-Affaire bereits vom Tisch ! Jetzt will er zur Bahn. Der Einzige der mit der NSA klar kam.Kaum ist er weg ist das Problem wieder da.

  • Respekt bekommt er ? Wofür bitte ?


  • Anerkennung nach dem Schmuggel ? Noch dazu aus Hessen ?

    Mein Muli priemt... Eine sehr ehrenwerte CDU Gesellschaft.

    Klein Fritzchen jagt das BKA , sollte er sich in Panamakonten verstricken. Schon wegen Drogen-/Geldwäscheverdacht. Aber der ist ja bei einer "ehrenwerten Gesellschaft um CDU Capos" nicht gegeben.

    Demokratiestabilisierend, obiger Bericht im "Partei-Blattl der Blätter".

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