Private Altersvorsorge
Koalition will Riester-Zulage auf 175 Euro anheben

Mit einer höheren Förderung will die Bundesregierung Betriebsrenten attraktiver machen. Der staatliche Zuschuss soll auf 175 Euro steigen. Das Vorhaben soll noch in dieser Woche vom Bundestag verabschiedet werden.
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BerlinUnion und SPD wollen den staatlichen Zuschuss zur privaten Altersvorsorge mit einem Riester-Vertrag auf 175 Euro anheben. Dies teilten Fachpolitiker der Koalition am Montag in Berlin mit. Für rund 10,9 Millionen Beschäftigte mit einer Riester-Rente steigt die jährliche Grundzulage damit um 21 Euro. Dies ist Teil eines Gesamtpakets, bei dem es vor allem um die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge geht. Kern der Vereinbarung ist, dass Arbeitgeber künftig auf der Grundlage von Tarifverträgen Betriebsrenten anbieten können, ohne dass sie deren Höhe und Auszahlung garantieren müssen. Die Koalition erhofft sich davon eine Ausweitung der Betriebsrenten.

Bei der neuen Betriebsrente sollen Arbeitgeber zudem einen Zuschuss erhalten, wenn sie bis zu einem Monatseinkommen von 2200 Euro in eine Betriebsrente einzahlen. Auf die Grundzüge der Reform hatten sich Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im September vorigen Jahres verständigt. Das Vorhaben soll noch in dieser Woche vom Bundestag verabschiedet werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Private Altersvorsorge: Koalition will Riester-Zulage auf 175 Euro anheben"

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  • Meiner Meinung nach ist das kein „sozialpolitische[s] Projekt“, sondern ein Sozialabbau-Projekt bzw. ein Finanzdienstleister-Förderungsgesetz. Der schon seit Jahren tote Gaul Riesterrente soll mithilfe (minimal) höherer staatlicher Zuschüsse (1,75 Euro pro Monat!) als Steroide und vor allem, indem die Auszahlungen nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet werden sollen, wiederbelebt werden; für die Betriebsrente wird das neue, wirklich irre Modell „defined contribution“ eingeführt, ohne jede Haftung und mit minimaler Verpflichtung der Arbeitgeber, wobei das Endergebnis weder bekannt noch garantiert sein wird. Dass die CDU bei diesen Schweinereien mitmacht, ist selbstverständlich; bei der SPD, angeblich die Partei der sozialen Gerechtigkeit und der Sicherung der gesetzlichen Rente, ist es wohl die übliche Schizophrenie zwischen Anspruch und realpolitischer Wirklichkeit. Dass der DGB diesen Wahnsinn zur weiteren Zerstörung der gesetzlichen Umlagerente freudig begrüßt (auch auf den eigenen Seiten), ist wohl mit der dort grassierenden volkswirtschaftlichen Inkompetenz und/oder, anders kann man das kaum noch verstehen, Korrumpiertheit zu erklären. Im Übrigen hat die Koalition hier eine große Chance vertan, die extrem(istisch)en deutschen Außenhandelsüberschüsse ein wenig zu verringern: man hätte anstelle dieses Riesterrenten- und Betriebsrenten-Mumpitz die Beitragszahlungen zur Umlagerente erhöhen können, z. B. von aktuell 18,7 auf dann 22,7 Prozent des Bruttoeinkommens. Die Rentenzahlungen erhöhten sich damit (aktuell und zukünftig) um fast 20 Prozent, und bei paritätischer Beitragszahlung stiegen die Arbeitskosten (Löhne) um zwei Prozent. Deutsche Unternehmen würden also durch staatliche Eingriffe weniger wettbewerbsfähig werden, obwohl Merkel und Schäuble steif und fest und wahrheitswidrig behaupten, das ginge nicht. Quelle Nachdenkseiten

  • Welchen Sinn machen solche Subvention für die Konzerne, wenn am Ende nur noch höhere Verwaltungskosten für die sog. "Riester-Sparer" herauskommen. Es wurde ausgerechnet, dass bis zu zweistellige Prozent Beträge erst einmal fällig sind, bevor ein einziger Euro angespart werden kann, dessen Ausgang an den Kapitalmärkten sollte man sich einmal in den USA anschauen, wo hunderttausende ihre komplette Altersversorgung verloren haben?

    Warum nicht wie in Österreich, Schweiz oder die Skandinavischen Länder die gesetzliche Rente stärken? Warum wieder Versicherungskonzerne subventionieren? Am Ende steht die Verelendung von Millionen von Menschen in diesem Land. Dieses Land wird von den Verantwortlichen an die Wand gefahren, ohne dass es jemand wirklich interessiert?

    Anstatt einen Fehler offen zuzugeben und grundlegend zu korrigieren, möchte diese Bundesregierung offensichtlich die verschiedenen, an der Riester- und Betriebsrente beteiligten Arbeitgeber – hauptsächlich Banken und Versicherungen – auch auf Kosten der Steuerzahler unterstützen. Und wer weiß: Vielleicht wird Frau Nahles in Zukunft auch Vorträge halten – wie ihr Vorgänger Walter Riester. Quelle Nachdenkseiten
    Wäre es nicht endlich an der Zeit, der Teilprivatisierung der Rente ein Ende zu bereiten und alle Kraft in die gesetzliche Rente zu stecken? Erinnert sei an die April-Ausgabe der Anstalt. Quelle Nachdenkseiten

  • Ihr Geld stecken sie lieber in brauchbare Briefkästen, die halten lange und sparen
    Abgaben. Vorausschauend investieren nennt sich das.

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