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05.01.2009 
Krankenkassen

Private Versicherer klagen über Basistarif

von Peter Thelen

Der neue Basistarif, den die privaten Krankenversicherer (PKV) seit Januar allen Privatpatienten anbieten müssen, wird nach Einschätzung des PKV-Verbands kaum zum Verkaufsschlager werden. Hauptgrund seien die hohen Kosten, sagte PKV-Sprecher Stefan Reker.

Der Basistarif soll Privatversicherten erstmals die Möglichkeit eröffnen, ihr Versicherungsunternehmen zu wechseln. Foto: dpaLupe

Der Basistarif soll Privatversicherten erstmals die Möglichkeit eröffnen, ihr Versicherungsunternehmen zu wechseln. Foto: dpa

BERLIN. Laut Verband liegt die nach dem Alter gestaffelte Prämie für den neuen Tarif schon bei einem 21-Jährigen bei 570 Euro – dem vom Gesetzgeber vorgegebenen Höchstbeitrag. Hinzu kommt, dass Versicherte, die in den Basistarif eines anderen Unternehmens wechseln, 18 Monate darin verweilen müssen, bevor sie in einen vielleicht attraktiveren Vollversicherungstarif bei ihrem neuen Versicherer wechseln können.

Eingeführt wurde der Basistarif aus zwei Gründen: Zum einen sollte Nichtversicherten, denen wie Selbstständigen der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung versperrt ist, zu vertretbaren Kosten die Rückkehr in die PKV ermöglicht werden. Zum anderen sollten Privatversicherte erstmals die Möglichkeit erhalten, ihr Versicherungsunternehmen zu wechseln. Dies scheiterte bislang daran, dass sie beim Wechsel die auf sie entfallenden Altersrückstellungen beim alten Unternehmen zurücklassen mussten.

Die Kosten des Basistarifs wurden daher vom Gesetzgeber nicht nur auf den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung von 570 Euro begrenzt. Wer von der bis Ende Juni befristeten Möglichkeit Gebrauch macht, in den Basistarif eines anderen Versicherungsunternehmens zu wechseln, kann auch die auf den Leistungsumfang des Basistarifs entfallenen Altersrückstellungen aus dem alten Unternehmen mitnehmen. Dabei entspricht der Leistungsumfang dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

Dass der Basistarif trotz Mitnahme der anteiligen Rückstellungen fast in jedem Fall 570 Euro kosten wird, liege daran, dass die PKV damit rechne, dass vor allem kranke Versicherte mit entsprechend sehr hohen Prämien in den neuen Tarif wechseln werden, sagte Reker. „Die Durchschnittskosten im neuen Tarif werden nach unserer Kalkulation um 50 Prozent über dem Höchstbeitrag von 570 Euro im Monat liegen.“ Dies bedeute aber auch, dass der neue Tarif von allen Privatversicherten subventioniert werden müsse. Als Folge verteure der Basistarif auch die Prämien der 8,6 Millionen normalen Privatpatienten um bis zu 50 Prozent. Reker widersprach damit Berechnungen des Finanzwissenschaftlers Bert Rürup, nach denen der Basistarif die Prämien der übrigen Privatversicherten nur um 1,2 Prozent erhöht.

Auch wer die hohen Kosten des neuen Tarifs in Kauf nimmt und in den Basistarifs eines anderen Unternehmens wechselt, um nach 18 Monaten frühestens in einen Vollkostentarif beim neuen Versicherer zu wechseln, könnte mit Zitronen gehandelt haben. Denn auch die neuen Vollkostentarife werden um rund zehn Prozent teurer, erwartet der PKV-Verband. Der Grund ist, dass für Neuverträge ein volles Wechselrecht gilt, der Versicherte also jederzeit das Unternehmen unter Mitnahme der Altersrückstellungen wechseln kann. Dies macht es erforderlich, die bislang für einen ganzen Tarif gebildeten Rückstellungen individuell und damit höher zu kalkulieren.

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