"Privathaushalte können mit weniger Strom auskommen"
Umweltbundesamt fordert Industrie zu Energieeinsparung auf

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, fordert ein Umdenken in der Klimaschutzdebatte. Nach Berechnungen des UBA "kann der Stromverbrauch bis 2010 um zwölf Prozent gesenkt werden", ohne dass das Wachstum gebremst würde, sagte er dem Handelsblatt.

BERLIN. Statt ständig „über das Energieangebot zu reden, muss die Debatte daher auch bei der Nachfrage ansetzen“. Die Industrie könne ihren Stromverbrauch bis 2020 vor allem durch effektivere Elektromotoren zumindest konstant halten. Die höchsten Einsparungen seien bei der Drucklufterzeugung sowie bei Pumpen und Ventilatoren möglich. Handel und Dienstleister könnten vor allem bei Beleuchtung und Datenverarbeitung Einsparpotenziale von bis zu fünf Prozent realisieren.

Privathaushalte könnten ohne Verzicht mit 15 Prozent weniger Strom auskommen - hier sind dem Umweltbundesamt vor allem „Stand-by“-Schaltungen sowie viele "energiefressende" Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler und Warmwasserbereiter ein Dorn im Auge.

Um das Potenzial zu nutzen, fordert Troge von den Wirtschaftsverbänden, den Stromverbrauch aller Elektrogeräte auszuweisen - so wie bei Kühlschränken oder Glühlampen bereits üblich. Der Käufer müsse auf den ersten Blick erkennen können, wie energiesparend oder energiefressend ein Produkt im Vergleich zu anderen gleicher Leistung ist. Das gelte auch fürs Benzin: Für Auto-Käufer müsse nicht nur der absolute Verbrauch erkennbar sein, sondern auch „wie ein Pkw innerhalb seiner Klasse dasteht“. Auch wenn die Ökosteuer den Benzinverbrauch und damit den CO2-Ausstoß drastisch gesenkt habe sei hier noch viel drin: „Würden Männer so defensiv fahren wie Frauen könnten sie den Verbrauch um 20 % senken“.

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