Privatkredit Die SPD hat „viele Fragen“ an Wulff

Bundespräsident Wulff gerät wegen eines umstrittenen Kreditvertrags in die Schusslinie: Der Vorgang aus seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident hat die Opposition auf den Plan gerufen.
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Bundespräsident Christian Wulff am Samstag. Quelle: dpa

Bundespräsident Christian Wulff am Samstag.

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BerlinSPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann hat Bundespräsident Christian Wulff zur Klärung offener Fragen im Zusammenhang mit einem privaten Darlehensvertrag aufgefordert. „Der Fall wirft viele Fragen auf“, erklärte Oppermann am Dienstag in Berlin. Für einen Bundespräsidenten gälten „ganz besondere Maßstäbe“. Deswegen werde Wulff „ein großes Interesse haben, alle Fragen aufzuklären“.

Oppermann nahm das Staatsoberhaupt aber gegen den Vorwurf in Schutz, es habe das Parlament belogen. „Christian Wulff hat den niedersächsischen Landtag nicht belogen“, erklärte Oppermann. Er könne aber den Ärger von Abgeordneten des Landtags verstehen, „denn Christian Wulff hat ihnen nicht die ganze Wahrheit gesagt“.

Die Unionsfraktion wollte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen gegen Wulff äußern. „Meine Fraktion sieht keinen Anlass, das Ganze zu kommentieren“, sagte der Parlamentsgeschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier (CDU), in Berlin. Dies gebiete der Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Dienstag berichtet, dass Wulff im Jahr 2010 als Ministerpräsident von Niedersachsen den Landtag nicht wahrheitsgemäß über einen Darlehensvertrag informiert habe, den er abgeschlossen hatte. Wulff ließ dies zurückweisen. Eine von den Grünen gestellte Anfrage sei „korrekt beantwortet“ worden, erklärte Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker am Dienstag in Berlin. Die Anfrage im Landesparlament habe sich auf geschäftliche Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens oder zu einer Firma, an der dieser beteiligt war, bezogen. Bei dem fraglichen Vertrag habe es sich aber um „eine Vereinbarung“ mit Geerkens Ehefrau Edith zu einem „Darlehen aus ihrem Privatvermögen“ gehandelt.

Bei den Grünen hat der Vorgang Zweifel an der Aufrichtigkeit des heutigen Staatsoberhaupts ausgelöst. Der niedersächsische Fraktionschef Stefan Wenzel warf Wulff Täuschung des Landtages bei der Beantwortung einer Grünen-Anfrage im Februar 2010 vor. „Offensichtlich wurde das Parlament damals nicht korrekt informiert oder auch getäuscht“, sagte er.

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13 Kommentare zu "Privatkredit: SPD hat „viele Fragen“ an Wulff"

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  • Ein Darlehen von 500.000 Euro bei einem Kaufpreis von nur 415.000 Euro? Und dann nicht einmal besichert? Und für nur 4 %? Als Privatdarlehen sicherlich unter guten Geschäftsfreunden denkbbar. Aber welche Bank löst sowas unter 4 % ab? Besteht etwa ein Kontakt zu Herrn Blessing? Unbesicherte Darlehen ohne Sicherstellung bekommt wohl nur ein Herr Wulff unter Ausnutzung seiner offensichtlich bestehenden Kontakte zu dubiosen Finanzvermittlern und realitätsfremden Unternehmensbeatern.

  • ... steht doch im Artikel: Weil die Geerkens händeringend eine gute Geldanlage gesucht haben. Hätten sie mich mal gefragt :-(

    @Inge: Ich fordere den Rücktritt des Bundespräsidenten!

  • Ein Bekannter sagte mir mal:
    Setze Deinen gesunden Menschenverstand ein: Bei jeder Information stelle Dir immer die Frage, kann das sein, was dir da erzählt wird!
    Hier mal zwei Interpretationen:
    Ein Ministerpräsident lässt sich von der Ehefrau eines befreundeten Unternehmers ein Darlehen geben für 4% (marktüblich zu dieser Zeit ca. 5%, höher bei mehr als 60% Beleihung) - Punkt für Wulff (schön, wenn man solche Freunde hat)
    Für jederzeit fälliges Geld (Darlehen was man jederzeit zurück erhalten kann ist ja wie Tagesgeld) gab es ca. 3,5% - Punkt für Fam. Geerkens (Höhe Einlagensicherungsfonds 100.000 Euro)

    Dusch mich, aber mach mich nicht naß ...
    Beantwortung der Anfrage: lt. Oppermann hat Wulff nicht gelogen, nur nicht ganz die Wahrheit gesagt - Selbsttor für die Glaubwürdigkeit der Politik, Herr Oppermann.
    Infos:
    - Herr Opermann u.a. von 1990 bis 1998 Rechtspolitischer Sprecher der SPD im niedersächsischen Landtag;
    - studierte Jura
    Lügen und nicht ganz die Wahrheit sagen sind rechtlich offensichtlich unterschiedlich. Moralisch ist es das selbe!

    Es ist gut, wenn Freunde sich helfen.
    Schlimm ist, wenn gelogen wird!

    Fazit:
    Kann das sein, was hier erzählt wird???
    Also: Wem nutzt was?

  • Diese Kommentare in den Medien und im Blog kommen doch nur zu Stande, weil die Menschen sich untereinander aber auch gar nichts mehr gönnen.
    Mein Nachbar hat sich ein Haus gebaut. Wo hat denn der bloß das Geld her? Ach ja, der spielt mit dem Bankier zusammen in einer Fußballmannschaft.
    Ich vermute, dass die Gesellschaft durchdreht und sich im Klatschblattsumpf am wohlsten fühlt.

  • Jetzt seien wir doch mal ganz ehrlich.
    Da regen sich alle anderen Parteien künstlich auf, in Wirklichkeit haben die alle selbst genug Dreck vor der Tür liegen.
    Und wenn man endlich mal ein wenig anfangen würde bei den Grünen zu graben, würde auch bei denen noch jede Menge Dreck hochkommen.
    Der große alte Politik-Wissenschaftler Prof. Hennis sagte mal im Stern 2004 "mit Schmidt ging der letzte mit Anstand von Bord"
    Und so ist es.
    Die Politiker die dann kamen, angefangen bei Kohl, waren und sind nur noch Drecksäcke, die nur ihren eignen Geldbeutel gut füllen, das Volk, das Land ist denen völlig egal.
    Hinzu kommt, dass es sich geistig bei den Allermeisten nur noch um allerunterstes Mittelmaß handelt.
    Schröder beschimpfte die Arbeitslosen mal als Schmarotzer. Er hat nur vergessen, dass die größten Schmarotzer die Politiker selbst sind.
    Da sit keienrlei Anstand mehr vorhanden.

  • jaja. eine hand wäscht die andere. für mich ist eins klar. ein neuer bp-wechseln steht uns bevor, auch wenns eigentlich egal ist, wer der nächste wird.

  • Es ist einfach unverständlich.Selbst als Ministerpräsident dürfte er nicht schlecht verdient haben.Warum solche anrüchigen Deals mit Unternehmern?

  • Wie war das noch einmal.

    Herr Gabriel hat den Medien für ein Interview 50.000 € gezahlt, damit sie sein Gesülze veröffenlichen

    Herr Uhl, bekannt durch seine Sex-Orgien im Zusammenhang mit der Betriebsrats-Affäre bei Volkswagen wurde trotzdem wieder als MdB der SPD zur Wahl aufgestellt und auch ins Parlament geschickt.

    Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, schlimmer noch, sich kaufen lassen.

  • 1. Warum kommentiert und erklärt Herr Geerkens ein Darlehensgeschäft, an dem er angeblich gar nicht beteiligt war.
    2. Warum braucht der BuPrä ein Privat-Darlehen, wenn er Eigentümer einer lukrativen Immobilie in Osnabrück ist, die sein Einkommen sichert?
    3. Warum lässt Frau Geerkens eine vorzeitige Tilgung zu, wenn das Darlehen doch für sie willkommen war?
    4. Hat die BW-Bank dem BuPrä auch 500 T€ Darlehen gewährt für eine Immobilie, die 415.000 Euro gekostet hat?

  • Wulff hat nicht belogen, er hat "nur" nicht die ganze Wahrheit gesagt.

    Lieber Herr Oppermann, im juristischen Sinne ist nicht die ganze Wahrheit sagen eine vollständige Lüge!!

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