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26.07.2007 

Solche Geschichten waren es, die Suresch dazu brachten, nach Wegen zu suchen, sein Projekt nach dem „Stillstand“ fortzusetzen. Über den Wirtschaftsverband Emsland, bei dem der BP-Manager im Vorstand sitzt, fand er Mitstreiter – neben dem Bauunternehmer Mainka den Inhaber eines Maschinenbauers, einen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sowie einen Büromaterial-Lieferanten. Vier Mittelständler, die zusammen 700 Mitarbeiter beschäftigen und 200 Millionen Euro umsetzen.

Sie übernahmen die zuvor bei BP angestellten einstigen Hartz-IV-Empfänger und stellten nach und nach weiteres Personal ein. Derzeit kommen pro Monat zehn neue Mitarbeiter hinzu – „vom 22-Jährigen mit drei abgebrochenen Ausbildungen bis zum 56-Jährigen, der sechs Jahre arbeitslos war“, erzählt Mainka.

„Zu 50 Prozent hat mich der Gedanke, dass sich mit dieser Sache Geld verdienen lässt, zum Mitmachen bewogen“, sagt der Bauunternehmer. „Soziale Motivation macht die anderen 50 Prozent aus.“ Daher haben die Gesellschafter auch die IHP-Gewinne gedeckelt. Alles, was fünf Prozent des Umsatzes übersteigt, geht in die Weiterbildung der Langzeitarbeitslosen. Im Gegenzug war die IG BCE bereit, sich auf einen extrem flexiblen Haustarifvertrag einzulassen.

„Dieses Modell ist bislang einzigartig“, sagt IG-BCE-Bezirksleiter Wind. „In der Dienstleistungsbranche ist es üblich, den Mitarbeitern acht Euro pro Stunde zu zahlen, den Kunden aber bis zu 40 Euro in Rechnung zu stellen – das macht die IHP nicht.“ Die Lingener geben sich mit niedrigeren Margen zufrieden und zahlen deutlich besser als der derzeit diskutierte Mindestlohn. So bekommt ein Ungelernter zum Einstieg 1 570 Euro.

Und die Gesellschafter haben Großes vor mit IHP: 400 bis 500 Beschäftigte soll das Unternehmen in einigen Jahren haben. Für das erste Geschäftsjahr peilen die Lingener einen Umsatz von vier bis fünf Millionen Euro an – und eine „schwarze Null“.

Was den Erfolg des Unternehmens aufhalten könnte? Gesellschafter Mainka sieht vor allem ein Problem: „Ich fürchte, früher oder später werden uns die besten Leute von anderen Firmen abgeworben.“

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