Deutschland
Privatversicherer fordern Streichung von Leistungen

Gegen künftige Finanzlöcher im Gesundheitssystem wollen die Privatversicherungen mehr private Absicherung, höhere Zuzahlungen und die Streichung von Leistungen durchsetzen. Die Beiträge in der gesetzlichen Kassen sollen so von 14,2 auf 9,4 Prozent gesenkt werden. Die von der Union favorisierte Einheitsprämie als auch eine rot- grüne Bürgerversicherung seien hingegen keine geeigneten Modelle.

HB BERLIN. Der Verband der privaten Krankenversicherung legte sein Reformkonzept in Berlin vor. Beide Konzepte wollten vor allem neues Geld in die gesetzliche Krankenversicherung pumpen, böten aber keine nachhaltige Lösung für eine älter werdende Gesellschaft, sagte der Verbandsvorsitzende Reinhold Schulte. Die Privatversicherer wollen das bestehende System erhalten. Die Umlagefinanzierung durch Beiträge auf Arbeitseinkommen soll aber begrenzt und ein großer Teil der Leistungen in die kapitalgedeckte Privatversicherung übergeführt werden.

Die Menschen müssten nach diesen Vorstellungen künftig private Unfälle, Zahnersatz und eventuell weitere Zahnbehandlungen sowie Krankengeld privat versichern. Je nach künftigen Vorgaben der Politik könne dies in einigen Bereichen auch freiwillig geschehen. Außerdem forderte Schulte, unter anderem Kuren, Massagen, künstliche Befruchtungen aus dem Katalog der gesetzlichen Versicherung zu streichen und andere versicherungsfremde Leistungen durch Steuern zu finanzieren. Er plädierte auch für höhere Zuzahlungen. Für beitragsfrei mitversicherte Kinder müsse aus Steuermitteln ein Beitrag eingeführt werden.

Die Versicherten hätten so zwar voraussichtlich keine Nettoentlastung zu erwarten, erhielten durch die Beitragsentlastung aber Spielraum für die privaten Versicherungen. So könnte beispielsweise bei einem Beitragssatz von 9,4 Prozent der Arbeitgeberanteil auf 7,1 Prozent festgeschrieben werden und die Arbeitnehmer 2,4 Prozent übernehmen.

Im Gegenzug wollen die Privatversicherungen jeden freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse Versicherten bis 55 Jahre ohne Risikozuschläge aufzunehmen. Für Versicherte über 55 soll dies zwölf Monate lang ebenfalls möglich sein. Es gelte ein eigener Basistarif. Jeder Privatversicherte soll im Rahmen dieses neuen Tarifs seinen Versicherer wechseln können. Ein entsprechender Entwurf seines Verbands liege bereits bei Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), sagte Schulte.

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