Pro Deutschland-Einladung
US-Hassprediger darf nicht nach Deutschland einreisen

Das Bundesinnenministerium will offenbar kein Risiko eingehen und verweigert dem amerikanischen Hassprediger Terry Jones vorsorglich die Einreise. Auch das Zeigen des Anti-Islam-Films müsse verhindert werden.

Berlin/PassauDer US-Hassprediger Terry Jones darf nicht nach Deutschland einreisen. Ein entsprechender Erlass sei am Sonntag ergangen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin. Die rechtspopulistische und islamfeindliche „Bürgerbewegung pro Deutschland“ hatte angekündigt, die Möglichkeit zu prüfen, den Geistlichen nach Deutschland einzuladen.

Jones hatte im vergangenen Jahr dazu aufgerufen, Korane zu verbrennen und damit weltweit Proteste von Muslimen provoziert. Jones zählt auch zu den Unterstützern des Schmäh-Films über den islamischen Propheten Mohammed. Der Film „Innocence of Muslims“ (Unschuld der Muslime) hat in vielen muslimischen Ländern zu gewalttätigen Protesten geführt, bei denen mehrere Menschen getötet wurden. Auch die deutsche Botschaft in Khartum war von aufgebrachten Muslimen gestürmt und in Brand gesetzt worden. Der Sudan hatte die Bundesregierung kritisiert, weil sie Demonstrationen von Pro Deutschland mit Mohammed-Karikaturen zugelassen hatte.

Zuletzt hatte es Hinweise gegen, wonach Jones in den kommenden Tagen von antimuslimischen Kräften in der Bundesrepublik - etwa Pro Deutschland und Pro NRW - eingeladen werden sollte. Auch Außenminister Guido Westerwelle hatte sich für das Einreiseverbot eingesetzt. Westerwelle sagte dazu: „Bei uns wird nicht über andere Kulturen und über andere Religionen hergezogen. Jedenfalls nicht ohne Konsequenzen.“ Die deutschen Justizbehörden würden alles tun, „damit hier kein falscher Eindruck in die Welt gesendet wird“.

Der Hassprediger Jones war weltweit bekanntgeworden, als er im März 2011 eine Koran-Ausgabe mit Kerosin tränkte und verbrannte. Diese Aktion hatte in der muslimischen Welt zu schweren Ausschreitungen geführt.

Innenminister Hans-Peter Friedrich hatte am Wochenende nationalistische Gruppen und Organisationen in Deutschland davor gewarnt, durch Verbreitung des „unsäglichen Mohammed-Films“ Muslime in Deutschland zu provozieren. Dem müsse man Einhalt gebieten. Pro Deutschland verbreitet den Schmäh-Film auf ihrer Internetseite und hat angekündigt, ihn auch in Berlin zu zeigen. Im „Spiegel“ kündigte der Chef der rechtsextremen Splitterpartei Pro-Deutschland, Manfred Rouhs, an, den umstrittenen Film in voller Länge in Berlin präsentieren zu wollen.

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