Pro-Guttenberg-Demos: Liebe zum Freiherrn stößt auf Grenzen

Pro-Guttenberg-Demos
Liebe zum Freiherrn stößt auf Grenzen

Die Unterstützung, die Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe im Internet erfahren hat, sollte ins reale Leben getragen werden. Doch so richtig weit ging die Liebe nicht.

KölnEinige Passanten halten es für einen Karnevalsscherz. Doch der buntgemischten Gruppe, die sich an diesem Samstagmittag auf der Kölner Domplatte versammelt hatte, ist es ernst. Es sind Anhänger des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg. Sie demonstrieren an diesem Samstag für seine Rückkehr – Köln ist eine von mehreren Städten, in denen der Protest aus dem Internet auf die Straße getragen werden soll.

So richtig hat das an diesem Karnevalssamstag in Köln nicht geklappt. Die laut Polizei rund 50 Mann starke Gruppe ist im Vergleich zur Protestbewegung im Internet verschwindend klein – allein auf der Kölner Facebook-Seite hatten sich für die Demonstrationen rund 300 Menschen zusammengefunden. Der „Gefällt-Mir-Button“ ist eben schnell gedrückt, sich wirklich auf den Weg nach draußen zu machen schon eine ganz andere Sache.

Auf Facebook gibt es mittlerweile zahlreiche Gruppen, die Guttenberg unterstützen. Sie tragen Titel wie „Wir wollen Guttenberg zurück“ (572.153 Personen, die sich per "Gefällt mir"-Button bekennen) und „Gegen die Hetzjagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“ (409.605 Nutzer), die der Erotik-Unternehmer Tobias Huch erstellt hat.

Noch bis kurz davor herrschte Unklarheit, ob die Demonstrationen in den verschiedenen Städten wirklich stattfinden – und wenn ja, wo. Ursprünglich waren in über 15 Städten Solidaritätsbekundungen geplant. Am Ende wurden es deutlich weniger: In Bremen, Hannover und Leipzig fielen geplante Kundgebungen mangels Interesse aus.

Die Demonstranten in Köln versuchen ihr Bestes, um zwischen den vielen buntgekleideten Jecken Aufmerksamkeit zu erregen. Sie rufen im Chor „K-T-G“ und schwenken ihre bunten selbstgemachten Plakate mit den Aufschriften: „Wir wollen Karl-Theodor zu Guttenberg zurück“ und „FÜR Karl-Theodor zu Guttenberg“.

Die kleine Gruppe ist bunt gemischt. Da sind auf der einen Seite, die Guttenberg-Jünger aus der Generation Facebook, die ihren Computer verlassen haben, um zu demonstrieren. Auf der anderen Seite ältere Herren und Damen, die Karl-Theodor zu Guttenberg in ihr Herz geschlossen haben - und mehrheitlich von ihren Kinder von der Kundgebung erfahren haben.

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