Pro-NRW-Demo
NRW fordert Härte nach Salafisten-Gewalt

Nach der Eskalation einer Anti-Salafisten-Demonstration mit zwei schwerverletzten Polizisten und über 100 Festnahmen hat Nordrhein-Westfalen harte Konsequenzen angekündigt.
  • 55

BerlinInnenminister Ralf Jäger (SPD) sprach am Sonntag von einer neuen Dimension der Gewalt und einer gezielten, bundesweiten Mobilisierung gewaltbereiter Salafisten. Diese seien von der rechtsgerichteten Initiative "Pro NRW" durch das Zeigen von Mohammed-Karikaturen provoziert worden. Bei künftigen "Pro NRW"-Kundgebungen werde dies nun untersagt, erklärte Jäger. Die Provokationen rechtfertigten jedoch in keiner Weise die Ausschreitungen.

Mehrere hundert Salafisten waren am Samstag in Bonn auf deutlich weniger "Pro NRW"-Demonstranten losgegangen, die von Polizisten geschützt werden mussten. Insgesamt 29 Beamte wurden der Polizei zufolge verletzt, zwei davon durch Messerstiche schwer. Eine Mordkommission habe Ermittlungen gegen einen 25-Jährigen aufgenommen. Die Polizei nahm insgesamt über Hundert Salafisten zeitweise fest, die unter anderem mit Steinen geworfen hatten. "Pro NRW" hatte bereits in den vergangenen Wochen gezielt vor Moscheen gegen den Islam demonstriert.

Jäger kündigte an, alle Gewalttäter würden identifiziert und zur Rechenschaft gezogen. So könne künftig auch früher und besser gegen gewaltbereite Salafisten vorgegangen werden. "Es handelt sich um eine Gefahr, die weit über unsere Landesgrenzen hinausgeht."

Explosion der Gewalt

Nach einer Provokation der rechten Splitterpartei Pro NRW griffen am Samstag Anhänger radikaler Salafisten in Bonn die zum Schutz der Veranstaltung aufgezogene Polizei an. 29 Polizisten wurden verletzt, zwei erlitten durch Messerstiche schwere Verletzungen. 109 Gewalttäter wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagierte entsetzt.

Bereits am 1. Mai war es in Solingen am Rande eines Pro-NRW-Auftritts zu gewalttätigen Übergriffen mit drei verletzten Polizisten gekommen. Die Auseinandersetzungen haben an Schärfe zugenommen, seit Salafisten seit einigen Wochen bundesweit kostenlose Korane verteilen.

Die in Bonn schwer verletzten Beamten wurden im Krankenhaus operiert. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, hieß es. Gegen einen 25-Jährigen aus Hessen nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts auf.

Seite 1:

NRW fordert Härte nach Salafisten-Gewalt

Seite 2:

30 Pro-NRW-Demonstranten gegen 500 Salafisten

Kommentare zu " Pro-NRW-Demo: NRW fordert Härte nach Salafisten-Gewalt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich finde es erschreckend, wie einseitig die Handlungen hier betrachtet werden. Ja - Extremisten müssen bestraft werden - Deutsche und auch Ausländer gleichermaßen. Warum schickt man denn Migranten, die sich nicht an die Gesetze halten nicht wieder in Ihr Herkunftsland - egal welchem Glauben Sie angehören? Wer sich nicht an Gesetze hält, der geht halt wieder. Unsere eigenen Extremisten hingegen könnten wir für sinnvolle Tätigkeiten einsetzen - Ihre Schmierereien entfernen, ältere Menschen unterstützen und somit etwas für die Gesellschaft tun, für die Sie sich angeblich stark machen!

  • Mensch Hardy, ich bin ja verzückt. SOOO geschrieben kann man Sie wirklich ernst nehmen. ;-) Und sogar einigem zustimmen. :-))

  • Machen Sie doch bitte mal folgenden Selbstversuch:

    Wenn Sie sich die 7 Minuten nehmen und der Sprecherin des Zentralrats der Muslime zuhören - was passiert in Ihrem Kopf? Glauben Sie dem, was diese Frau da erzählt, oder kreischt irgendetwas in Ihnen: "Die lügen doch, die Muslim?"

    Wenn Sie in der Lage sind, die 7 Minuten zu hören, und am Ende verstehen, worin der grandiose Irrtum der Islamophoben besteht, dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, Sie sind okay.

    Wenn Sie es aber nicht ertragen, daß diese Frau nur die nüchterne Situation so beschreibt, wie sie von den Muslimen in diesem Lande wahrgenommen wird, dann ... dann ist irgendwas bei Ihnen jenseits von Gut und Böse, Sie haben sich eine kleine Ersatzreligion gebastelt und den Kontakt zur Wirklichkeit verloren.

    Sie haben bemerkt, meine Ansprache an Sie ist von Freundlichkeit geprägt - weil Sie eben nicht herumgeblökt haben wie ein Idiot und ich verstehe, daß Sie "Angst" haben.

    Brauchen Sie nicht. Wir leben in einem Rechtsstaat, der sich ohne Hysterie seiner Feinde zu erwehren weiss, egal ob islamophob oder salafistisch durchgeknallt.

    Beide sind Feinde dieser Demokratie.

    Versuchen Sie Frau Soykan zuzuhören. Nehmen Sie das ernst - so sehe ich die vielen fleissigen Muslime in diesem Land. Die schämen sich in Grund und Boden für diese Irren Kreischer.

    So wie ich mich für die schäme, die nicht verstehen wollen, daß sie längst halbe Nazis sind und es nicht verstehen, wie weit sie schon von der Wirklichkeit dieses Landes in irgendwelche gezielten Hysterien manipuliert wurden.

    Das Feature von Walther van Rossum, eigentlich die ersten beiden, lohnen sich. Wenn Ihr Gehirn noch funktioniert, werden Sie den grandiosen irrtum verstehen, der Ihnen "Angst" macht.

    Dafür gibt es keinen Grund: Wir, die Mehrheitsgesellschaft, wir beschützen Sie. Und, ahem, wir beschützen auch die fleissigen Muslime.

    Nur die Irren, die kriegen halt eins auf den Dätz!

    Freundliche Grüße

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%