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"Schwere Luxus-Diesel sorgen für globale Erwärmung"

Der Leiter Verkehrspolitik beim BUND, Werner Reh, kritisiert die milliardenschwere Subventionierung der Dieselautos. Er sagt, dass deutsche Hersteller mit ihren schweren Limousinen das Klima massiv belasten.
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Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Quelle: PR

Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

(Foto: PR)

DüsseldorfMit 6,6 Milliarden Euro wird der Dieselkraftstoff in Deutschland jedes Jahr an der Tanksäule subventioniert - das sind 17 Cent pro Liter. Angeblich wegen des Klimaschutzes. Das ist Unsinn: Denn Dieselnutzer haben eine mehr als doppelt so große Jahresfahrleistung wie ihre Benzinerkollegen, neue Dieselwagen stoßen dabei – anders als früher – mehr CO2 als Benziner und zusätzlich Ruß- und Stickoxide aus. Die beiden letzteren sind nicht nur extrem gesundheitsschädlich, sondern tragen auch sehr erheblich zur globalen Erwärmung bei.

Die Autolobby erzählt gern das Märchen vom effizienten Dieselauto. Theoretisch hat Diesel ein großes Effizienzpotenzial. Die deutschen Hersteller nutzten die Dieseltechnologie bisher aber vor allem um immer schwerere und luxuriösere Autos anzutreiben, statt normale und kleinere Autos damit effizienter zu machen – wie es etwa die Franzosen seit langem tun. Und man muss sehen, dass letztlich nicht die Normverbräuche, sondern noch mehr die Autonutzung entscheidend ist für klimafreundliches oder klimaschädliches Verhalten. Der durchschnittliche Fahrer eines Benzin-Pkw in Deutschland stößt 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr, der Dieselfahrer aber 3,5 Tonnen CO2 pro Jahr aus.

Der aktuelle Sturm der deutschen Autohersteller, der deutschen Bundesregierung, des Speditionsgewerbe und der Agrarlobby ist ein Sturm im Wasserglas: Erstens würde die deutsche Regierung mit ihrem Veto eine solche Regelung eh blockieren. Zweitens sind die EU-Mindeststeuersätze viel niedriger als die Deutschen. Eine klimagerechte Bemessung der Diesel-Besteuerung wäre allerdings ein wichtiger Impuls für mehr Klimaschutz und für eine nachhaltige Mobilität. Statt immer weiter auf Diesel-Pkw zu setzen, müssten die deutschen Hersteller kleinere Autos herstellen, endlich ernsthaft über innovative Mobilitätskonzepte nachdenken.

 

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9 Kommentare zu "Pro : "Schwere Luxus-Diesel sorgen für globale Erwärmung""

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  • In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid. Arthur Schopenhauer,

  • Kraftstoff ist viel zu billig sagen die grünen !!!<br/>5 Mark soll er kosten sagen die grünen . <br/>Bravo sagte der Wähler und hat sein kreuz bei rot grün gemacht . Und nun blicken wir gerade mahl auf die 1,70 € je Liter und das entsetzen ist groß !<br/>Ja hallo , das habt ihr IHR so gewollt , schon vergessen ?

  • Schwere Luxus-Diesel sorgen für globale Erwärmung
    "Der durchschnittliche Fahrer eines Benzin-Pkw in Deutschland stößt 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr, der Dieselfahrer aber 3,5 Tonnen CO2 pro Jahr aus"
    Das klingt ja fast so, als würde der deutsche Durschnittsfahrer einen schweren Luxusdiesel fahren.
    Solche pseudostatistischen Aussagen sind leider haarstreubend und ihre Aussagekraft ist gleich Null! Der PKW - CO2 Ausstoß wird nämlich nicht vom Durchschnittsfahrer, sondern von der Summe aller PKW's erzeugt. Die schweren Luxusdiesel (was immer damit gemeint ist) sind dabei im Vergleich zum Heer der anderen Diesel und Beziner dermaßen in der Minderzahl, dass ihr höherer CO2 Ausstoß kaum ins Gewicht fällt. Ganz abgesehen davon interessiert der Dieselpreis die Fahrer schwerer Luxusdieles herzlich wenig. Mit Steuern kann man hier leider keine CO2 Reduktion erreichen.

  • Herr Reh sollte sich mal die aktuellen CO2 Emissionen pro gefahrenen KM ansehen. Da liegen eben Diesel-KFZ noch weit vor den vergleichbaren Benzin-KFZ.
    Und wenn nun wahrscheinlich die schöne Mär vom Hybrid-Auto kommt, outet sich Herr Reh wohl wieder als kompletter Nichtsversteher, denn die gesamte Ökobilanz inkl. Herstellung und Entsorgung (nicht nur Spritkonsum) bei solchen Autos ist deutlich schlechter. Man denke nur an das viele Schwermetall in den Akkus etc.

  • Es gibt viel bessere Methoden um das "Klima zu schützen". Man könnte Leute einsperren oder Autofahren und Fahren überhaupt verbieten, Verbrauch absenken, Heizen minimalisieren. So manchem "Öko"-extremisten hätte das bestimmt gefallen. Ihre historischen Vorgänger aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (egal ob die oder die anderen) haben uns schon sehr viel gezeigt, wie es geht. Haben wir etwas daraus gelernt??

  • Wie betriebsblind kann (muss) man sein, um so einen hanebüchenen Unsinn von sich zu geben? Natürlich sind fette Diesel-SUV überflüssige Klimakiller - aber muss man deswegen den Diesel künstlich verteuern, den Millionen von sparsamen Klein- und Kompaktwagenfahrern tanken? Glaubt irgendjemand daran, dass die die SUVs verschwinden, weil Diesel teurer wird? Die Klientel dieser Dinosaurier setzt die Kosten eh von der Steuer ab und fahren dann eben mit Super, was den Verbrauch noch viel weiter treibt, ergo dem Klima wohl auch kaum nützt. Das einzige was da helfen würde, wäre eine Besteuerung nach dem Praxisverbrauch, also nicht nach den völlig utopischen Normwerten. Der EU-Vorstoß ist und bleibt eine bodenlose Frechheit und führt nur zu weiterer Abzocke - wer das nicht begreift, sollte vielleicht nicht ausgerechnet im Umweltbundesamt arbeiten!

  • Ja, klar, Herr Reh, die deutschen Dieselluxuslimousinen haben einen Marktanteil, der bedenklich hoch ist. Gutmenschen verstehen das natürlich. Sozialneid ohne Ende. Was halten Sie denn davon, sich mal um den internationalen Schiffsverkehr zu kümmern? Diese CO2-Schleudern haben noch nicht mal Filter. Und recherchieren Sie mal, mit welchem Prozentsatz die bei der Klimabelastung dabei sind. Ach ja, da taugt der verkappte Sozialneid nicht. Verstanden!

  • Und wieder will die Ökolobby die Tatsachen verdrehen: Dieselautos werden gekauft, wenn man viel fährt (z.B. Vertriebsmitarbeiter). Benziner, wenn man wenig fährt. Daraus zu schließen, dass Dieselautos die Umwelt schädigen, weil sie eine hohe Fahrleistung haben, ist b e w u s s t e Verdrehung der Tatsachen. Mit Benzin würde bei gleicher Fahrleistung mehr CO2 ausgestoßen.

    Aber die Ökolobbyisten sind da sicher nicht anders oder besser als die Lobbyisten der Pharmaindustrie und der Atomindustrie ...

    Einfach die Abhängigkeiten verdrehen, und schon hat man das Weltbild, dass man allen anderen aufzwängen möchte, fertig.

    Auch hier wird der Unsinn übrigends durch den Steuerzahler bezahlt: durch von der Steuer absetzbare Spenden.

  • Und wieder das Märchen vom durch den vom Mensch verursachten Koimawandel durch CO². Obwohl es bis heute keinen Nachweis dafür gibt und den meisten mittlerweile bekannt ist, daß Institute wie der IPCC schlicht gelogen haben, um das erwünschte Ergebnis herbeizumanipulieren.
    Das dürfte Herrn Reh mittlerweile auch bekannt sein, aber in diesem Fall geht es wohl eher um Pöstchenerhalt.
    Natürlich wieder einmal auf dem Rücken der deutschen Steuerzahler,die solange ausgequetscht werden sollen, bis kein Tropfen mehr rauskommt.
    Herr Reh, Sie sind ein Volksverräter. Setzen, sechs !

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