Professor Tacheles
Ein Loblied auf die Banken

„Nieder mit den Banken“ rufen nicht nur griechische Demonstranten. Die Geldhäuser sind seit dem Ausbruch der Finanzkrise der große und verhasste Buhmann – auch in Deutschland. Das ist falsch, findet unser Kolumnist.
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Ich bekenne mich der Ketzerei schuldig. Ich singe das Hohe- beziehungsweise Loblied auf „die“ Banken. Wer wirft den ersten Stein? Sicher viele. Ich erwarte einen Steinhagel. Doch Vorsicht, Steinewerfer: Ihr sitzt, wie Millionen Griechen, im Glashaus.

Die haben bis vor drei Wochen noch heftiger als ihr „Nieder mit den Banken!“ gebrüllt. Die jammerten seit Ausbruch der Großen Finanzkrise, 2007, auch darüber, dass „nur die Banken“, die Starken, auf Kosten der Schwachen und Armen gerettet wurden. Manche Griechen ergänzten ihren Bann- und Bankenfluch noch um die skandalöse, nicht hinnehmbare Nazifizierung Deutschlands, der Deutschen, Schäubles und Merkels. Das aber war nur die nationalgriechisch-folkloristische Variante des weltweiten Bankenhasses.

Dass es seit 2007 so manche bis dahin schwergewichtige Bank (wie Lehmann Brothers) nicht mehr gibt, ist kein leichtgewichtiges Argument. Aber sei´s drum. Unbestritten sind Banker keine sanft Hosianna oder Halleluja singenden Kirchenchor-Knaben. Ebenso unbestritten sind zahllose Rechtsbrüche vieler Banken. Auch der Deutschen Bank – die das inzwischen zugibt, mehrfach verurteilt wurde und sich reumütig zeigt. Sie ist es vielleicht, zumindest hoffentlich. Man wird sehen. Es läge in ihrem eigenen Interesse, denn ohne Vertrauen kann keiner langfristig Geld verdienen, verwalten, verleihen und bekommen. Dazu passt der jüngste Aufruf einer Gruppe hochrangiger Banker, die die Finanzindustrie dazu anhält, stärker auf die Moral zu achten.

Hand aufs Herz: Sind allein „die“ Banken Rechtsbrecher? Gibt es nicht zahlreiche andere? Auch Richter, also Rechtsprecher, biegen hier und dort das Recht. Selbst das Bundesverfassungsgericht sagt zur selben Sache gestern (2003) hü und heute (2015) hott. Siehe Kopftuchurteil(e).

Man muss sich schon bald fragen, welche deutsche Rechtsbehörde, welche Staatsanwaltschaft, keine Vertraulichkeiten und Gerüchte illegal und indiskret an die Öffentlichkeit durchsickern lässt.

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Ohne Banken geht die Chose nicht

Kommentare zu " Professor Tacheles: Ein Loblied auf die Banken"

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  • Dass es in der Wirtschaft ohne Banken nicht geht (bisher jedenfalls nicht) ist sicher richtig. Zu loben braucht man sie allein deswegen meiner Meinung nach noch nicht.

    Das wäre ja auch kein Problem, wären die Banken sich dieses Umstands nicht so genau bewusst - und würden sie ihn nicht so weidlich ausnutzen.

    Offenbar ändert sich daran (der Unverzichtbarkeit der Banken) aber gerade was, was angesichts der unzähligen Skandale, in die die Banken verwickelt waren und sind ja auch kein Wunder ist. Natürlich weckt das jede Menge Kreativität auf der Suche nach Möglichkeiten, die Dienste der Banken in Zukunft umgehen zu können oder zumindest nicht mehr auf sie angewiesen zu sein.

  • Es gibt immer Alternativen, nichts ist alternativlos.
    Es kann nicht sein, das wir uns zinsgedingt alle 70 - 80 Jahre gegenseitig wegen fehlenden Geldes und stagnierender Wirtschaft gegenseitig wieder die Köpfe einschlagen, Volker sich wieder gegenseitig aufhetzen lassen und wir Kriege gegeneinander führen (wohl das beste Konjunkturprogramm) usw., nur weil unser Geldsystem angeblich alternativlos sein soll und die Systemprofiteure lieber Milliarden Menschen wieder in Kriegen umbringen, anstatt ihre kranke Schuldgeld-Ideologie aufzugeben?

  • Oh nein, Herr Wiesner, das mache ich nun nicht, nach einem Begriff zu googlen der mir in Foren vor die Füße geschmissen wird. Das endet dann nämlich regelmäßig darin, dass _ich_ dem Poster erklären muss was die Aussage seines Links ist.

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