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Die Falle der Piraten

Ihr Umfrage-Höhenflug bringt die Piraten in die Bredouille. Jetzt müssen sie mit Inhalten punkten, wenn sie langfristig überleben wollen. Doch die Polit-Neulinge tun sich schwer, ihre Rolle zu finden.
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BerlinDamit haben die Piraten nicht gerechnet. Aus dem Stand holten sie bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 8,9 Prozent und zogen erstmals in ein Landesparlament ein. Mit einem Schlag waren die Polit-Freibeuter in der politischen Wirklichkeit angekommen. Seitdem stehen sie unter einem gewaltigen Erwartungsdruck. Täglich werden sie mit den Mühen des Politikbetriebs konfrontiert, und sie müssen beweisen, dass sie wirklich als neue politische Kraft gebraucht werden.

Dass die Wähler die Polit-Neulinge wollen, zeigt nicht nur die Landtagswahl im Saarland, wo die Piraten ebenfalls auf Anhieb den Sprung ins Parlament schafften. Man kann ihren Siegeszug auch in den Woche für Woche veröffentlichten Umfragen der Meinungsforschungsinstitute beobachten. Zuletzt kam die Piratenpartei in einer Erhebung von Forsa auf 13 Prozent und wäre damit drittstärkste Kraft hinter Union und SPD bei einer Bundestagswahl.

Und auch bei der Mitgliederzahl legen die Piraten kräftig zu: Die junge Partei kann sich vor Eintrittsanträgen kaum retten. Am Donnerstag nahmen die Piraten das 25.000ste Mitglied auf. Vor einem Monat hatte die Partei ihre Anhängerzahl noch mit 21.600 angegeben.

Wie ist dieser Erfolg zu erklären? Experten sind überzeugt, dass die Medien-Aufmerksamkeit den Piraten sehr geholfen hat, in der politischen Landschaft Fuß zu fassen. Außerdem hat sich die Partei von ihrem Markenkern, der Netzpolitik, gelöst und Transparenz zum Thema gemacht. Ihr politischer Einfluss wird zwar als nicht besonders dramatisch eingeschätzt. Aber die Partei könne die Parlamente als Bühne für ihre Forderung nach Transparenz nutzen. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus.

Die Piraten hängen, so scheint es, in der Erfolgfalle fest. In Berlin jedenfalls waren sie auf die professionelle Politik-Arbeit nicht wirklich vorbereitet. Auch heute wirken die Piraten noch oft überfordert, verheddern sich in Regularien, ringen um die Formulierung von Anträgen und ihre Auftritte im Plenum. Doch am meisten kämpfen sie mit sich selbst. Den Strick haben sich die Piraten selbst gedreht. Ihr Hauptanliegen, Politik transparent zu gestalten, macht jeden Fehler, jedes Streiten um Macht und Ämter, jedes Skandälchen sofort im Netz publik.

Ist also nicht alles gold, was glänzt bei den Piraten? Wo ihre Schwachstellen, wo ihre Pluspunkte sind und wie die anderen Parteien damit umgehen, zeigt der folgende Überblick.

Kommentare zu " Profilsuche: Die Falle der Piraten"

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  • Es gibt intelligente und wirtschaftskompetente Alternativen zu den Piraten, etwa Partei der Vernunft, Mehr Demokratie, Bündnis Bürgerwille etc. Also.

  • @ Luckyfool: Es gibt in der Tat eine Reihe Chemikalien die - in der Regel - Neurosen auslösen (Sucht ist eine Zwangshandlung und somit eine Neurose) dazu gehören unter anderem Nikotin, Opiate, Cocain und Amphetamin.

    Ich denke es wäre vernünftig den Zugang zu diesen Drogen nicht ohne ärztliche Kontrolle zu ermöglichen. Beim Tabak sollte zumindest Werbung verboten werden wie auch das Ausstellen der Ware.

    Alkohol, THC und Coffein hingegen haben vergleichsweise geringes Suchtpotenzial so das sie - in der Regel - für den Konsumenten unproblematisch sind.

    Hier gilt es aber Entscheidungen durch unabhängige, rein wissentschaftliche Studien zu untermauern, die Fakten sollen letztendlich entscheiden.

    Wir brauchen in Deutschland und Europa der freien Wettbewerb der Ideen wenn es um Lösungsansätze geht. Auch brauchen wir innerhalb der Piraten einen fairen Wettbewerb der Köpfe, so das die klugen Köpfe eine faire Chance bekommen sich einzubringen.

    Gelingt dies, lässt sich Deutschlands Parteinlandschaft damit aufrollen, denn bessere Politik für die Bürgerinnen und Bürger des Landes kann man gar nicht machen.

  • @fortunatus
    Meinen Sie das in Ernst? Hauen Sie doch ab nach Südafrika, sie Blödmann.
    @redaktion HB können Sie ruhig löschen...

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