Prognos: Reformen bringen weniger als erwartet: Trendwende auf dem Arbeitsmarkt erst 2009

Prognos: Reformen bringen weniger als erwartet
Trendwende auf dem Arbeitsmarkt erst 2009

Trotz der Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung werden noch Jahre bis zu einem spürbaren Abbau der Arbeitslosigkeit vergehen – das erwartet das Schweizer Forschungsinstitut Prognos. Bis zum Jahr 2008 werde die Zahl der Arbeitslosen sogar minimal steigen – nach Definition der Internationalen Arbeitsagentur ILO gegenüber 2004 um rund 10 000 auf 4,036 Millionen.

ost DÜSSELDORF. Das schreibt das private Institut in seinem noch unveröffentlichten „World Report“, der dem Handelsblatt vorliegt. Die ILO-Abgrenzung ist enger als die der Bundesagentur für Arbeit, nach deren Definition 2004 im Jahresdurchschnitt rund 4,4 Millionen Menschen ohne Job dastanden.

Weil gleichzeitig die Beschäftigung steige, sinke die Arbeitslosenquote bis 2008 um 0,1 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent. „Die Arbeitsmarktreformen zeigen zwar bei der Beschäftigungsentwicklung eine gewisse Wirkung, bringen aber insgesamt nicht so viel, wie viele erwarten“, sagte Prognos-Chefvolkswirt Michael Schlesinger. „Das Problem der Massenarbeitslosigkeit wird damit nicht gelöst.“

Erst ab 2009 erwarten die Forscher nennenswerte Fortschritte: Bis 2015 dürfte die Zahl der Erwerbslosen um rund eine Million auf drei Millionen zurückgehen. Die Quote sinke um rund ein Viertel auf 7,4 Prozent. „Selbst dann bleibt aber Deutschland eines der Industrieländer mit den höchsten Arbeitslosenquoten“, betonte Schlesinger. Grund für die rückläufigen Arbeitslosenzahlen ab 2009 sei vor allem, dass wegen der demographischen Entwicklung die Zahl der Jobsuchenden zurückgehe. Immerhin: Bis 2015, so Prognos, werden 1,4 Millionen mehr Menschen in Lohn und Brot stehen als heute.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%