Prognosebörse erwartet knappen Wahlausgang
Kirchhofs Ministerchancen steigen an der Wahlstreet

Obwohl die Diskussion um Friedrich Merz ungebremst weiter geht, setzen die Händler an der Wahlstreet wieder verstärkt auf Paul Kirchhof. Die Prognosebörse von Handelsblat.com sagt dem Finanzexperten wieder deutlich bessere Chancen auf einen Ministerposten voraus. Trotzdem bleibt er auch hier Außenseiter: Die Chance steht bei rund 36 Prozent.

stm DÜSSELDORF. Mit dem so genannten "Kirchhof-Future" schließen Händler an der Wahlstreet Wetten darauf ab, ob der Finanzexperte in Angela Merkels Kabinett berufen wird. Liegen sie richtig, gewinnen sie 100 Wahleuro, andernfalls gehen sie leer aus. (Ein Euro in echter Währung entspricht 10 000 Wahleuro.) Zwar steigt das Vertrauen der Händler in seine Berufung langsam wieder, dennoch stehen die Chancen für ein Merkel-Team ohne Kirchhof laut Wahlstreet bei knapp 64 Prozent.

Im Koalitionsfuture stehen die Chancen wieder deutlicher auf Schwarz-Gelb. Auch an diesem Markt schließen die Händler mit ihrem Aktienkauf eine Wette ab, mit der die Wahrscheinlichkeit verschiedener Koalitionen nach der Wahl prognostiziert wird. Am Donnerstag sackte der Wert der Aktien, die auf eine große Koalition setzen, deutlich ab. Nach Verlusten von über drei Prozentpunkten standen sie am Vormittag auf 37. Schwarz-Gelb hielt sich relativ stabil bei knapp 41 Prozent.

Währenddessen blieben die Werte der einzelnen Parteien nahezu unverändert. Die CDU steht weiterhin bei gut 40 Zählern, die SPD konnte keine weiteren Zugewinne verzeichnen und stagnierte bei knapp 34 Prozent. Grün bleibt drittstärkste Kraft, die FDP liegt nur noch knapp hinter der Linkspartei.

Die aktuellen Kurse der Wahlprognosebörse "Wahlstreet"

Ziel der Wahlstreet ist es, eine möglichst genaue Prognose über den Ausgang der Bundestagswahl zu liefern. In der Vergangenheit hat die Online-Börse oft das Wahlergebnis genauer vorhergesagt als die Meinungsforschungsinstitute. Aus dem Handel mit Aktien wird deshalb ein verlässliches Prognoseintrument, weil kein "Wahlstreet-Börsianer" seinen Einsatz verlieren will. Dadurch versucht er die Aktien einer Partei nicht teurer zu kaufen als das vermutete Wahlergebnis jener Partei.

Nach dem Koalitionsfuture wird eine Schwarz-Gelbe Koalition wieder wahrscheinlicher. Trotzdem haben CDU und FDP an der Wahlstreet aber immer noch keine eigene Mehrheit - wenn man die beiden Parteiaktien addiert. Derzeit hat Schwarz-Gelb laut der Prognosebörse 47,75 Prozent, die anderen drei Parteien zusammen 49,41 Prozent. An der Börse wird im Gegensatz zu Forsa, Infratest und Forschungsgruppe mit zwei Stellen hinter dem Komma gehandelt - und die können wahlentscheidend sein.

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