Prokon-Insolvenz
Maas will Kleinanleger besser schützen

Die Lehren aus einem der größten Insolvenzfälle in Deutschland werden endlich gezogen: Bundesjustizminister Maas will Anlageskandale zukünftig verhindern und Anleger besser vor Produkten wie geschlossenen Fonds schützen.
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Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will Anlageskandale wie den um das insolvente Windparkunternehmen Prokon in Zukunft verhindern. „Verbraucher müssen wissen, worauf sie sich einlassen“, sagte Maas dem „Tagesspiegel“ vom Dienstag. „Sie müssen die Risiken erkennen.“ Deshalb werde es strengere Vorgaben für Verkaufsprospekte geben und die Zulässigkeit von Werbung für Vermögensanlagen beschränkt.

Prokon hatte sich durch den Verkauf sogenannter Genussrechte im Wert von 1,4 Milliarden Euro an rund 75.000 Anleger finanziert. Die Firma hatte mit einer Verzinsung von sechs Prozent geworben und zeitweise bis zu acht Prozent ausgezahlt. Zuletzt konnte sie aber keine Zinsen mehr zahlen und die Genussrechteinhaber auch nicht auszahlen. Nun müssen viele Prokon-Anleger um einen beträchtlichen Teil ihres Geldes fürchten.

„Viele Anleger hoffen, dass sie im Insolvenzverfahren ihr investiertes Geld zurückbekommen“, sagte Maas dem „Tagesspiegel“ vor der für Dienstag angesetzten Gläubigerversammlung bei Prokon. „In Zukunft sollte es so weit nicht mehr kommen.“ Maas und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatten Ende Mai einen Aktionsplan zum besseren Schutz von Anlegern vorgestellt. In den nächsten Tagen soll laut „Tagesspiegel“ der Referentenentwurf dazu vorliegen.

Die Gläubiger der zahlungsunfähigen Windkraftfirma entscheiden ab 11.00 Uhr in Hamburg über das Sanierungskonzept für das Unternehmen. Der von Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin vorgelegte und von mehreren großen Anlegerschutzverbänden unterstützte Sanierungsplan wird von einer Vereinigung rund um den Prokon-Gründer und -gesellschafter Carsten Rodbertus abgelehnt. Dieser will bei der Gläubigerversammlung eigene Vorstellungen durchsetzen. Insolvenzverwalter und Anlegerschützer warnen vor Rodbertus. Gegen ihn wird wegen Insolvenzverschleppung und anderer Delikte ermittelt.

Kommentare zu " Prokon-Insolvenz: Maas will Kleinanleger besser schützen"

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  • Darüber reden ist alles was davon bleiben wird. Seht Euch doch das ganze skandalträchtige Politikervolk mal genau an! Die werden nichts schaffen ....zumindest nichts für Land und Leute sondern nur für die eigene Tasche passiert da was.

  • Maas will Kleinanleger besser schützen?

    Justizminister kündigt rechtliche Konsequenzen an, auch US-Agentenführern droht strafrechtliche Verfolgung.
    Man gewinnt den Eindruck, dieser Minister Heiko Maas ist ein Ankündigungsminister oder aber, er soll das Sommerloch mit seinen Ankündigungen füllen.
    Bis heute ist nichts von den Ankündigungen des Heiko Maas in die Praxisumgesetzt worden.
    Wenn er nichts durchsetzen kann, soll er seinen Stuhl räumen, er ist viel zu groß für diesen farblosen Politiker.

  • Nicht die Politik hat hier das Heft des Handeln in der Hand zu halten, sondern der Bürger!
    Die Ethik-Energiewende basiert ja gerade auf einen politischen Gesetz (EEG). Und auf Grund des EEG wurden die Bürger zu gierigen blinden EE-Investoren politisch erzogen.
    Ein kluger und freiheitsliebender und selbstbestimmter Bürger lässt sich weder von einen Politiker eine Energiewende auf Basis eines marktfeindlichen EEG aufzwingen, noch fällt dieser Bürger auf die rethorischen Sprücheklopfer der Erneuerbaren Energie Marktingstrategen herein.
    Energiewende/EEG = ein grün-sozialistisches Energiebetrugsspiel im schwarzen Merkel-Gewand an der deutschen Gesellschaft.
    Die Politik hat per EEG schuld an dem Desaster der Kleinanleger in die sog. Erneuerbare Energie (Mafia) Branche!

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