
DüsseldorfVielleicht liegt es daran, dass man von ihr privat so wenig weiß. Nur selten gibt es ein Foto, das Angela Merkel nicht offiziell, akkurat, als Staatsfrau zeigt. Nur selten eine Äußerung darüber, wie die Bundeskanzlerin die wenige private Zeit verbringt. Vielleicht liegt es also daran, dass man so gespannt auf die Antworten der Prominentenfragen ist. Angela Merkels Lieblingsfilm? Jenseits von Afrika. Jenseits von Afrika? Wirklich? Diese Romanze? Naja, warum nicht.
Dass die Deutschen nun ein wenig mehr wissen über das, was ihre Kanzlerin so denkt, ist dem SZ Magazin zu verdanken. 37 prominente Deutsche durften der Kanzlerin eine Frage stellen –über alles, was sie von Angela Merkel schon immer wissen wollen. Egal ob politisch oder persönlich. Und so sind die Fragen eine Sammelsurium aus Kindheitserinnerungen, Euro-Krise und allerlei Persönlichem. Und die Kanzlerin hat geantwortet. Was dabei herausgekommen ist, macht Spaß zu lesen:
An welchem Ort würden Sie morgen Früh gerne aufwachen? Zu Hause in der Uckermark. Wovor haben Sie Angst? Bei einem Gewitter ungeschützt zu sein. In der DDR wurden die Kinder einer sportlichen Frühsichtung unterzogen. Zu welcher Erkenntnis ist man Ihnen gelangt? Ich war erkennbar so wenig begabt, dass man mich für keine Sportart für geeignet hielt. Wie ist der Geruch ihrer Kindheit? Kiefern und Heu und im Herbst der Duft der Kartoffeln im Kartoffeldämpfer.
Andere Fragen beantwortet die Kanzlerin noch glatter. Vor allem, wenn es um Politisches geht, sagt sie wenig Überraschendes: Ihr politischer Traum ist es, dass Deutschland und Europa stabil, erfolgreich und der Welt gute Partner sind – das könnte sie auch auf einem der vielen Gipfel gesagt haben. Und wenn sie keine Rücksicht auf Wählerstimmen nehmen müsste? Auch dann sei es in der Demokratie immer notwendig, Wählerinnen und Wähler zu überzeugen. Ihr ist nichts zu entlocken, was auch nur ein Hauch unkorrekt wäre, geschweige denn verrucht wäre. Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass sie antwortet, was sie wirklich denkt. Dass die Kanzlerin authentisch ist.
Die Flüge der Kanzlerin gehen fast immer in Tegel ab. Allerdings vom militärischen Teil, Avenue Jean Mermoz, praktisch gegenüber des Terminals für den Publikumsverkehr. Den Sicherheitscheck übernimmt die Bundeswehr, ansonsten das gewohnte Bild: Die Aufgeregten rennen schnell noch mal aufs Klo, die Raucher pumpen sich die Lungen voll Nikotin.
Für die Sicherheit der Kanzlerin ist auch auf Reisen gesorgt. Männer und Frauen des Bundeskriminalamtes passen auf, dass nichts passiert. Sie tun das mit bewundernswerter Geduld, bleiben auch bei großem Stress immer höflich. Was schon eine Leistung ist, wenn plötzlich im Ausland Horden von Journalisten auf die Kanzlerin zustürzen.
Ohne geht gar nicht. Selbst eingefleischte Teetrinker schwenken irgendwann auf den - je nach Landessitte - braunen oder schwarzen Stoff um. Siehe auch T und D.
Ist bei Reisen mit der Kanzlerin unbedingt gefordert. Ein Termin jagt den nächsten, Pausen gibt es kaum. Das Tempo gibt Merkel vor, die dann noch aufdrehen kann, wenn die Delegation schon in den Seilen hängt. Merkel erledigt oft auch nach der Rückkehr in Berlin noch Termine, während andere ins Bett fallen. Siehe auch C.
Journalisten und Diplomaten haben gemeinsam eine Regel: Esse, wo immer es was gibt. Du weißt nie, wann die nächste Mahlzeit kommt. Was dazu führt, dass Reisende sich ständig mit Keksen und irgendwelchem Weißbrot vollstopfen und nach Ende der Reise drei Tage brauchen, bis die Verdauung wieder funktioniert.
Im Flugzeug bekommen die mitreisenden Journalisten immer auch ein Briefing durch die Kanzlerin. Merkel hat dabei alle wichtigen Aspekte im Kopf. Was schon zu der Vermutung geführt hat, sie müsse über ein fotografisches Gedächtnis verfügen.
Auch Merkels Flüge haben eine Flugnummer. Geflogen wird mit Maschinen der Luftwaffe, alle Flugnummern beginnen mit GAF, was für German Air Force steht.
Eine gute Gelegenheit, mit der Kanzlerin auf Tuchfühlung zu gehen. Ein Dutzend Journalisten, Merkel, ihr außenpolitischer Berater Christoph Heusgen, der Regierungssprecher, sowie eine Chefin oder ein Chef vom Dienst des Bundespresseamtes quetschen sich im Flugzeug in einen geschätzt fünf Quadratmeter großen Besprechungsraum. Auf dem Hinflug geht es dabei meist um die Vorbereitung aufs Reiseziel, auf dem Rückflug werden auch innenpolitische Themen angesprochen.
Drei von Merkels zahlreichen Reisezielen im Ausland. In Israel waren es die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen Ende Januar, in Indien gab es im Mai ebenfalls Regierungskonsultationen, nach Indonesien will die Kanzlerin im nächsten Jahr. Eine Übersicht der Reisen gibt es übrigens hier: www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/De/Unterwegs
Merkels Ehemann ist selten bei Reisen dabei. Warum sollte er auch, schließlich hat er seinen eigenen Job. Der Professor für physikalische und theoretische Chemie an der Humboldt-Universität gilt national und international als einer der besten Wissenschaftler im Bereich der Quantenchemie und ist selber oft unterwegs. Zuletzt war er im Juni mit dabei, als seine Frau im Weißen Haus in Washington von US-Präsident Barack Obama die „Medal of Freedom“ überreicht bekam.
Eine der „Kanzlermaschinen“. Früher flog ein Airbus A 310 unter diesem Namen, seit März ist es ein Airbus A 340. Die alte „Konrad Adenauer“ ist aber immer noch ganz flott und bleibt wohl bis 2013 im Dienst. Mitte Oktober nutzte Merkel diese Maschine bei ihrer Reise nach Vietnam und in die Mongolei, weil die Landebahn in Ulan Bator für den A 340 zu kurz gewesen wäre. Bei der Reise machte die Maschine ohnehin was mit. Von 78 Stunden Reisedauer wurden 34 im Flugzeug verbracht.
Siehe V.
Für die Journalisten gibt es die Medienbetreuung des Bundespresseamtes. Auch diese Kolleginnen und Kollegen sind sehr geduldig. Die zwei wohl am häufigsten gestellten Fragen: „Wo kann ich meinen Laptop aufstellen? Wieviel Zeit habe ich zum Schreiben?“ Siehe auch D und C.
Hat es zum Glück noch nicht gegeben. Für den Fall der Fälle reisen in der Regel ein Arzt und ein Rettungsassistent mit.
Die USA und Washington mit dem Amtssitz des Präsidenten hat Merkel schon oft besucht. Allein 2010 und 2011 war sie drei Mal in den Vereinigte Staaten. Zudem telefoniert sie oft mit Barack Obama oder trifft ihn auf Gipfeln wie zuletzt dem G-20 in Cannes. Siehe auch J.
In vielen Ländern wird die Kanzlerin mit militärischen Ehren empfangen. Merkel muss dann die Ehrenformation an Soldaten abschreiten, besonders ergiebig war das in Kenia, wo der Paradeweg über 100 Meter lang war. Manchmal geht es auch schneller, bei Zeremonien am Flughafen etwa. Oder wenn das Wetter schlecht ist.
Auf dem internationalen Flughafen Dschingis-Khan in der Mongolei gab es als Begrüßungsgeschenk eine mit Trockenquark gefüllte Silberschale. Die Mongolen stellen Aruul unter anderem aus Stutenmilch her, es schmeckt - nun ja. Siehe auch K.
Wird auch auf Kanzlerreisen benötigt. Die Mitarbeiter der Kanzlerin verfügen in der Regel über Diplomatenpässe. Darüber hinaus sitzen alle Reisenden wie auf normalen Flügen auch mit gerunzelter Stirn gebeugt über irgendwelchen Einreiseformularen.
Der Regierungssprecher ist bei Auslandsreisen immer dabei. Meist twittert er die Ankunft in einem fremden Land schon, wenn die Maschine noch ausrollt und hält auch danach Journalisten wie Internet-Gemeinde auf dem Laufenden. Siehe auch C und D.
Jener Zustand, in den die Delegation fällt, wenn sich nach vollbrachter Reise die Türen des Flugzeugs schließen, die letzte Mahlzeit gegessen, das letzte Hintergrundgespräch abgeschlossen ist.
Ab und an nimmt die Kanzlerin neben den Journalisten auch eine Wirtschaftsdelegation mit. Deren Mitglieder verhandeln dann vor Ort, manchmal geht der Schuss nach hinten los. So bei der Afrika-Reise Merkels im Juni, als Meldungen über die geplante Lieferung von Patrouillenbooten nach Angola für Schlagzeilen sorgten.
Ganz übles Zeug, wenn man unbedingt nach Hause will. Die Asche sorgte im April 2010 dafür, dass Merkel wie tausende andere Reisende auch später als geplant zurückkehrte. Am Donnerstag war sie in San Francisco abgeflogen. Statt wie geplant in Berlin, landete sie am Freitag in Lissabon. Am Samstag ging es zunächst mit dem Flugzeug weiter nach Rom, von dort aus mit Bussen und Autos über Siena nach Bozen. Am Sonntagnachmittag traf sie in Berlin ein.
siehe O und J.
Xenophil, also aufgeschlossen gegenüber allem Fremden, ist die Kanzlerin ganz offensichtlich. Auf ihren Reisen spricht sie nicht nur mit Politikern, sondern sucht auch den Kontakt zur Bevölkerung.
Der Glamour-Faktor bei Merkel-Reisen ist eher gering. Die Boulevardpresse kommt nicht so zum Zuge. Dass sie auch Glamour kann, zeigte Merkel aber im schicken langen Abendkleid beim Staatsbankett in Washington mit Gästen wie Thomas Gottschalk und Jürgen Klinsmann. Siehe auch J.
Ein weitverbreitetes Missverständnis ist, dass Journalisten für lau mitreisen dürfen. Flug und Hotel zahlt jede Redaktion selbst.
Manchmal sind die Antworten humorvoll: Zum Beispiel, wenn sie sagt, sie schätze an Hanelore Kraft, dass sie sich auch für Fußball interessiere. Und auf die Frage: Haben Sie eine Witz auf Lager?, lautet die schlichte Antwort: „Ja, immer.“ Schade nur, dass sie keinen erzählt.
Schöne Antworten sind dabei, zum Schmunzeln auch mal berührend. Manche sind sachlich, andere knapp und präzise. Sie lassen den Leser vielleicht ein wenig mehr davon erhaschen, wie der Mensch Merkel tickt – neben der offiziellen Figur der Kanzlerin. Übrigens: Der größte Mist, den die Kanzlerin als Jugendliche je gebaut hat, ist mit ihrem neuen Trainingsanzug aus einem Westpaket in eine harzige Baumhöhle zu kriechen. Irgendwie ganz schön brav.

@ Heinz-Rudolph : Glauben Sie wirklich, daß Sie mit dem Ihnen befohlenen Unsinn noch etwas erreichen können? Das HB online - vor allem die Leserkommentare - werden in der ganzen Welt gelesen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, in welcher das BRD-Regime existiert. Meine Lebenserfahrung sagt mir, daß Sie zu Organisationsstrukturen gehören, die - wenn sie dürften oder beauftragt werden - Menschen, wie z. B. mich tatsächlich in "Heime" stecken, mit Medikamenten vollpumpen, in dunkle Verhör- und Folterkeller verschleppen, einbuchten, zusammenschlagen, vor Sondergerichte stellen, öffentliche Schauprozesse veranstalten, sie am Schluß umbringen, weil sie sich der offiziellen politischen Linie entgegenstellen, die herrschende Ideologie nicht teilen und den Machtanspruch der Träger dieser Ideologie zurückweisen. Sie sind ein ideologischer Folterknecht der Frau Merkel, des Systems "Neue Weltordnung" mit dem Herzstück des internationalen Bankensystems, das von Menschen betrieben wird, deren Gestaltungswille an Abartigkeit nicht zu übertreffen ist. Die Menschen, die Ihre und meine Zeilen lesen, begreifen jeden Tag etwas mehr von dieser eigentlichen Wahrheit, die die einzig stimmige ist, um den Gesamtprozeß zu erklären, mit diese "Elite" organisiert und abgestimmt auf das Leben von Milliarden Menschen Einfluß nehmen will. Man muß Ihnen im Prinzip dankbar sein, daß Sie - auf Ihre Weise - dazu beitragen, daß diese Abartigkeit so noch eher und noch stärker transparent wird und daß damit Gelegenheit und Anlaß geboten wird, einen realen Blick in die Abgründe der keinesfalls neuen machtpolitischen Gebaren in erheblicher ethisch-sittlicher Schieflage befindlicher Machtapparate zu tun - ein wenig Geschichtsunterricht für alle die, die zu wenig oder nichts über Diktaturen und menschenverachtende Politik wissen, weil sie systematisch unwissend gehalten wurden.
Die Beine, auf denen die Lügen daherkommen, werden täglich kürzer!

@Heiner
Wer die Wahrheit nicht vertragen kann, sollte schweigen. Zahlen Sie die Billionen Schulden, die Frau Merkel vorsätzlich gemacht hat um Deutschland zu ruinieren?

@ Zeitzeuge
als Zeitzeuge hat man ja normalerweise ein gewisses Alter erreicht. In Ihrem Falle geht dies aber ganz offensichtlich mit einer geistigen Umnachtung im Endstadium einher. Haben Sie keine Verwandten die Ihnen helfen? wenn nicht versuchen Sie doch mal die AWO anzusprechen, die werden Sie sicher in ein entsprechendes Heim unterbringen.
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