Promis gegen Rechts
„Brauchen keine ewig Gestrigen mit dumpfen Parolen“

Rechte Hetze im Netz gegen Flüchtlinge alarmiert nicht nur die Politik. Immer mehr Prominente beziehen Stellung. Bei Handelsblatt Online sprechen Udo Lindenberg, Sky DuMont und die Fantastischen Vier Klartext.
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DüsseldorfErst die klaren Worte eines Sängers, dann die Reaktion eines Ministers und nun rollt der Zug – Prominente beziehen Stellung gegen Alltagsrassismus. Einige engagieren sich schon jahrelang in der Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland und der zunehmenden rechten Hetze im Netz, andere haben die Debatten der vergangenen Tage aufgeschreckt – jetzt wollen sie nicht mehr nur zuschauen.

„Wenn wir eins nicht brauchen, so sind das ewig Gestrige, die sich mit ihren dumpfen Parolen gegen Flüchtlinge wenden. Ich hätte lieber eine syrische Flüchtlingsfamilie als Nachbarn als einen Nazi“, sagt der Schauspieler Sky DuMont gegenüber dem Handelsblatt.

Auch Sänger Udo Lindenberg macht sich für eine Welt ohne Rassismus stark. „Nazifreie Bunte Republik Deutschland. Müssen wir hinkriegen“, sagte er dem Handelsblatt. Mit seiner Stiftung setzt sich Lindenberg schon seit Ende der 1970er-Jahre für eine gelebte Multi-Kulti-Welt ein.

Angefangen hat der jüngste Aufstand der Aufrechten mit einem Interview von Ärzte-Sänger Farin Urlaub. Er bezog schon im April deutlich Position zum Thema Flüchtlings-Gegner und Alltagsrassismus.

Angesprochen auf Pegida und den Brandanschlag von Tröglitz sagte er dem Veranstaltungsmagazin „Frizz“ aus Halle: „Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie, und halten sich für besser. Oder sie sind bekloppterweise stolz darauf, deutsch zu sein, wozu keinerlei Leistung ihrerseits nötig war.“ Das Zitat verbreitete sich auf Facebook wie ein Lauffeuer.

Klare Kante zeigte auch Schauspieler Til Schweiger. Er rief zu Spenden und einem Engagement für Flüchtlinge in Hamburg auf und kündigte gleichzeitig an, selbst ein Vorzeige-Flüchtlingsheim in einer ehemaligen Kaserne bauen zu wollen.

Für die Aktivisten gab es Lob seitens der Politik. Justizminister Heiko Maas rief via Twitter weitere Prominente auf, es den beiden gleichzutun. Und SPD-Bundesvize Ralf Stegner forderte von Prominenten aus Gesellschaft und Kultur, deutlich Flagge zu zeigen gegen jede Art von Fremdenhass und Rassismus.

„Gegen Intoleranz, Rassismus, verbale Hetze gegen Schwächere und Angriffe auf Flüchtlinge muss sich die Zivilgesellschaft zur Wehr setzen. Wenn das gerade auch die Frauen und Männer tun, die im Sport, in der Musik oder in anderen Bereichen als Idole eine Vorbildfunktion erfüllen können, dann ist das sehr zu begrüßen“, sagte Stegner dem Handelsblatt.

Die Band Fantastische Vier engagiert sich schon viele Jahre gegen Hetze von rechts. Seit elf Jahren unterstützen die Musiker die Kampagne und den Verein „Laut gegen Nazis“. Bandmitglied Smudo hat eine klare Haltung zu dem Thema: „Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus beginnen schon bei der Wortwahl. Man sollte aufpassen, was man sagt.“ Selbst der US-Starinvestor und Börsen-Guru George Soros mit ungarischen Wurzeln ergreift Partei und fordert via Twitter „mehr Menschlichkeit“ in der Debatte.

Das Bewusstsein, etwas gegen die zunehmende rechte Hetze im Netz zu unternehmen, ist groß in Deutschland. Zumal Rassisten die Anonymität des Internets verstärkt für sich nutzen. Viele Kommentare auf Anti-Asyl-Seiten im Netz erfüllen längst Straftatbestände. „Da wird immer mehr gehetzt und gepöbelt. Ich spreche schon gar nicht mehr von sozialen, sondern von unsozialen Medien“, sagt der Sprecher des sächsischen Verfassungsschutzes, Martin Döring. Die Tonlage habe sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft.

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Zahl der Übergriffe hat sich verdreifacht

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  • Nachtrag:
    Zeitlebens habe ich gegen "Verbrecher" opponiert. Damit ist KEINE Nationalität oder Religion involviert.
    Im übrigen; ein Fußtritt mit einem Linken oder Rechten Stiefel ist gleichermaßen schmerzhaft. Oft sind die Zuordnungen in Links und Rechts nur ganz einfach als dumme Äußerungen zu werten.

  • Ganz einfache Zwischenfrage:
    Wer zahlt Steuern UND Sozialbeiträge?
    Dass der Staat steuerlich zu erbringende Sozialleistungen über die Sozialkassen abwickelt mach schon Sinn, dass er aber nur einen Teil der Kosten für diese Fremdleistungen erstattet, das bedeutet NUR der Sozialbeitragszahler leistet zusätzlich steuerliche Zahlungen - nicht aber der Privatversicherte!!!
    Hassen Privatversicherte folglich Ausländer?!

    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Ach von diesen Künstlern hat man lange nichs gehört. Jetzt müssen sie mal wieder in die Öffentlickeit.
    Wie viele Flüchtligen haben die denn schon bei sich aufgenommen?
    Schulmäßg, falls sie Kinder haben, haben die auch kein Problem, die Kinder gehen auf Privatschulen, denen wrden nicht die urnhallen geklaut
    Hier wird eine ganze Förderschule den Kindern weg genommen, da kommen un Asylanten rein. Wo sollen denn die Kinder nächste Woche hin?
    Lanschulheime wrden genommen, Jugendherbergen
    Und diese Dummschwätzer meinen, das sei alles rechts, wenn Leute sich aufregen?

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