Protektionismus
Rohstoffversorgung wird Achillesferse der Wirtschaft

Es wird schwerer für die deutsche Wirtschaft, sich lückenlos mit Rohstoffen zu versorgen. Die Finanzmarktkrise verstärkt protektionistische Tendenzen in Herkunftsländern. Der BDI schlägt Alarm: Deutsche Unternehmen drohen aus dem Markt gedrängt zu werden.

BERLIN. Die lückenlose Versorgung mit Rohstoffen stellt die Wirtschaft vor wachsende Herausforderungen. Zwar hat es zuletzt eine Entspannung an der Preisfront gegeben. Zugleich beobachten die Unternehmen aber, dass in den Herkunftsländern die politischen Beschränkungen für den Export von Erzen oder Metallen wachsen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert daher von der Bundesregierung und der EU-Kommission, sich für einen fairen Handel mit Rohstoffen einzusetzen. Dies soll etwa auf Ebene der Welthandelsorganisation (WTO) oder durch bilaterale Gespräche im Zuge von Freihandels- und Partnerschaftsabkommen geschehen.

"Wir machen uns Sorgen, dass die Finanzmarktkrise protektionistische Tendenzen in den Lieferantenländern verstärkt", sagte BDI-Präsidiumsmitglied Ulrich Grillo am Montag in Berlin. Laut BDI wird der Handel mit über 400 Rohstoffen derzeit bereits durch 450 Exportbeschränkungen gehemmt. Eines der eklatantesten Beispiele: China erhebt für gelben Phosphor, der etwa bei der Düngemittelproduktion eingesetzt wird, mittlerweile Ausfuhrsteuern in Höhen von 120 Prozent.

Die Folgen von Ausfuhrzöllen und anderen Exportbeschränkungen sind gravierend. "Deutsche Unternehmen werden aus dem Markt gedrängt. Dadurch besteht die Gefahr, dass ganze industrielle Wertschöpfungsketten hierzulande unterbrochen werden", sagte Grillo.

Bundesregierung und EU-Kommission haben den Ernst der Lage erkannt. Die Lage in China sei "besorgniserregend", sagte EU-Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen mit Blick auf Ausfuhrbeschränkungen für bestimmte Rohstoffe. Zugleich räumte er ein, Länder wie die USA oder Japan seien bei der Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen deutlich weiter als die EU. Verheugen klagte, es herrsche mittlerweile Knappheit bei einzelnen Rohstoffen, weil sich Schwellenländer exklusiven Zugang in afrikanischen Ländern verschafften.

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