Protest gegen Libyen-Enthaltung Airbus-Chef verlässt die CSU

Aus Protest gegen Deutschlands Enthaltung im Uno-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution hat ein hochrangiger Manager Konsequenzen gezogen: Airbus-Chef Thomas Enders hat die CSU verlassen.
10 Kommentare
Airbus-Chef Thomas Enders in Stade. Quelle: dpa

Airbus-Chef Thomas Enders in Stade.

(Foto: dpa)

Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Auf Anfrage erklärte Airbus, dies sei die Privatsache von Enders. Der Top-Manager wurde 2000 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Lenkungsausschusses der EADS, der Airbus-Muttergesellschaft. Seit August 2007 ist Enders CEO des Flugzeugherstellers Airbus. Seit 2005 ist er auch Präsident des Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

Enders stammt aber aus der Politik. 1982 hatte er als Assistent im Bundestag seine berufliche Laufbahn begonnen. 1985 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut der Konrad-Adenauer-Stiftung. Außerdem arbeitete er am Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Bonn sowie am International Institute for Strategic Studies (IISS) in London. Von 1989 bis 1991 gehörte er dem Planungsstab des Bundesministers der Verteidigung in Bonn an. Minister war damals Gerhard Stoltenberg (CDU).

Deutschland hatte sich Anfangs der Woche im Uno-Sicherheitsrat enthalten, als es um das Mandat zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen ging. Damit hatte sich die Bundesregierung im westlichen Lager isoliert - und auch bei Sicherheitspolitikern der CDU und CSU harte Kritik einstecken müssen.

Mit seiner unentschlossenen Haltung hat sich Deutschland in Europa und im Westen isoliert. Während Frankreich und Großbritannien eine militärische Intervention aus der Luft unterstützen, um Libyens Machthaber Gaddafi von weiteren Angriffen auf sein Volk abzuhalten, sperren sich Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle gegen eine Militäraktion. Dennoch steht Deutschland politisch hinter den Militärschlägen: "Wir wünschen unseren Partnern viel Glück", sagte Bundeskanzlerin Merkel mit Blick auf die Militäraktion.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

10 Kommentare zu "Protest gegen Libyen-Enthaltung: Airbus-Chef verlässt die CSU"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Frau Dr. Merkel sollte vielleicht doch wieder zu Physik zurück! 2001 wollte sie unbedingt mit Bush in den Irakkrieg, jetzt wo es um einen Bruderkrieg geht, sagt sie Ätsch. Auch wirtschaftlich noch der dümmste Schachzug.

  • Herr Enders, jetzt hat Sarkozy sie wieder lieb. Klasse angeschmeichelt. Ach ja, sie wollen ja bald zu EADS wechseln, ich verstehe voll und ganz (Rotation naht bald).

    Der Parteiaustritt ist doch vollkommen egal. Und Deutschland ist wehrtechnisch doch sowieso Wurst-Nudel der Welt. Wir Deutschen sollen nur bezahlen und alle lieb haben. Das reicht.

    Eine schlagkräftige Armee bekommt Deutschland jedenfalls nie wieder in Europa, damit wir zur Not einen auf den Deckel bekommen, wenn wir nicht spuren und bezahlen.

  • Es hätte sich natürlich schon gut gemacht, auch noch ein paar Eurofighter Typhoon der Bundeswehr im Einsatz über Lybien präsentieren zu können. So werden jetzt wahrscheinlich mehr Rafale verkauft...

  • Bravo Herr Enders! Man muss auch Taten sehen!Herr Westerwelle schadet mit seinem Verhalten dem libyschen Volk, der EU, Deutschland, NATO, der gesamten westlichen Hemisphäre, der FDP und nicht zulezt auch der CDU/CSU und ihren Wählern. Eine Frage an Herrn Westerwelle. Wann treten Sie zurück ??? Es sind schon Volksvertreter wegen kleineren politischen Fehlern oder sogar wegen privaten Angelegenheit hinauskatapultiert worden. Ihre Zeit ist um!

  • Typisch deutsch. Wir haben auf jedes und alles immer eine dumme Antwort. Nicht immer aber immer öfters.

  • Herr Enders möchte sich offenbar durch diese Aktion bei den Franzosen für die Nachfolge in der Position des Vorstandsvorsitzenden der EADS anbieten!

  • Ich frage mich immer, welche Proteste es in Deutschland gegeben hätte wenn die Bundesregierung an der Koalition der "Willigen" teilgenommen hätte.
    Daß Generäle - vor allem ehemalige - gerne dabei gewesen wären wundert mich angesichts der Ränge der in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten nicht. Hinterm Ofen ist gut Krieg führen.

  • Herr Enders hat anderen "Loyalitäten" zu folgen als denen einer Regionalpartei gegenüber.
    Der Daumen in Richtung Merkel/Westerwelle hat sich gesenkt.
    Nächste Woche wissen wir mehr.

  • So ein Sch...
    So lenkt man populistisch vom Mismanagement bei Airbus ab. Der soll lieber sein Job machen.

  • Der Mann hat Arsch in der Hose, nicht gezaudert es gibt noch Männer.Meine Hochachtung ist ihnen sicher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%