Protest in deutschen Großstädten
Tausende gehen für Energiewende auf die Straße

Sigmar Gabriel will die Energiewende reformieren – für tausende Menschen ein Grund, auf die Straße zu gehen. In sieben großen Städten haben sie für „Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atom“ demonstriert.
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Hannover/DüsseldorfTausende Menschen haben am Samstag in mehreren deutschen Städten für die Fortsetzung der Energiewende demonstriert. Allein in Hannover gingen dafür rund 5000 Menschen auf die Straße, in Düsseldorf waren es nach Schätzungen der Polizei etwa 3000. Sie befürchten, dass die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen will.

Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll Anfang April durchs Kabinett gehen. Damit will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den rasanten Kostenanstieg bei der Energiewende abbremsen. Unter anderem sollen pro Jahr an Land nur noch Windkraftanlagen mit einer Leistung von 2500 Megawatt gebaut werden. Wenn es mehr wird, werden Vergütungen automatisch gekürzt.

An windstarken Standorten soll es bis zu 20 Prozent weniger Förderung geben. Bei Anlagen auf hoher See sollen die Kapazitäten nicht mehr auf 10.000 Megawatt (MW) bis 2020 ausgebaut werden, sondern nur noch auf 6500 MW. Bis 2030 sollen es 15.000 MW werden.

Zu den Demonstrationen hatten unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die Naturfreunde Deutschlands und das Kampagnen-Netzwerk Campact aufgerufen. Protestveranstaltungen unter dem Motto „Energiewende retten - Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atom“ gab es auch in den Landeshauptstädten München, Mainz, Wiesbaden, Kiel und Potsdam.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Protest in deutschen Großstädten: Tausende gehen für Energiewende auf die Straße"

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  • @ bibel138600

    Sollten Sie jemals Physikunterricht gehabt haben und noch ein Physikbuch Ihr Eigen nennen, sehen Sie in die Kapitel Nennleistung, Wirkleistung, Arbeit.
    Es ist völlig egal, wie viele Windmühlen aufgestellt werden, z.Zt. sind es ca. 23000. Deren Wirkleistung errechnet sich bei Schwachwinden oder Windstille 23000 x 5 (MW/Mühle) x 0 = 0 (Null)

    Da der Wind auch an der Küste nicht stetig weht, sondern in Böen, ist der Einsatz von Regelkraftwerken nötig, die diese Schwankungen ausgleichen; von 0 –100. Diese Kraftwerke kosten die Verbraucher Geld.

    Wo möchten Sie noch „anschaulich“ fortgebildet werden?


  • Pardon.... muss natürlich heißen: “gut gemeint” BEDEUTET “schlecht gemacht” !!!


  • “An windstarken Standorten soll es bis zu 20 Prozent weniger Förderung geben. “
    Lustig! Die von der SPD sagen sich sicher: Warum sollen wir das fördern, wenn es doch der Wind schon so gut mit dem Investor meint!”
    Typisch SPD.
    Denn im Umkehrschluß bedeutet es, dass da die größtmögliche Förderung zu erzielen ist, wo gar kein Wind mehr weht.
    Sehr sinnvoll.
    Tja, liebe SPD-Wähler. Das war vorherzusehen. Das Gegenteil von “gut gemeint” ist eben immer noch “schlecht gemacht”.

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