Proteste dauern an
Milchbauern sollen Boykott beenden

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat die Milchbauern am Donnerstag zum Ende des Lieferboykotts aufgerufen. "Ich fordere sie auf, ab heute Abend wieder Milch zu liefern", sagte BDM-Chef Romuald Schaber vor mehreren tausend Bauern am Brandenburger Tor in Berlin. Dort hatten die Bauern für eine Anhebung der Milchpreise demonstriert.

HB BERLIN. "Die letzte Bastion bei den Discountern wird bald fallen", sagte BDM-Chef Schaber vor den Bauern in Berlin. Mehrere Tausend waren am heutigen Donnerstag vor das Brandenburger Tor gezogen, um für höhere Milchpreise zu demonstrieren. "Nach dem Milchstreik wird nichts mehr sein wie zuvor", rief das Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Walter Peters, dort seinen Kollegen zu.



Die Bauern boykottieren seit zehn Tagen die Molkereien. Sie fordern mindestens 43 Cent pro Liter Milch. Derzeit erhalten sie nach eigenen Angaben maximal 35 Cent je Liter Milch.

Nach dem erklärten Ende des Milchboykotts sieht Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer gute Chancen für die Einigung auf einen "fairen und kostendeckenden" Milchpreis. Er habe nach Gesprächen mit Landwirten und Unternehmen die "deutliche Bereitschaft" erkannt, in konkrete Preisverhandlungen einzutreten, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Seehofer nannte dazu Unternehmen wie Metro, Aldi Nord, Rewe und Edeka. Nach einer tagelangen "Zerreißprobe" für die Milchlieferanten seien jetzt die Voraussetzungen für einen bundesweiten Durchbruch gegeben. "Das Tor ist auf, dass das jetzt flächendeckend gelöst wird", sagte Seehofer. Einen Preis für den Liter Milch nannte Seehofer nicht.

Mit Transparenten wie "43 Cent - Milchstopp hat ein End" unterstrichen die Landwirte ihre Forderung im laufenden Lieferboykott. Nach der Ankündigung des Discounters Lidl vom Vortag, die Milchpreise anzuheben, äußerten sich viele Demonstranten hoffnungsvoll, dass weitere Handelsketten nachziehen. Auch Aldi Süd zeigt sich mittlerweile zu Verhandlungen bereit.

Dennoch kam es vor den Zentralen der Schwesterunternehmen Aldi Süd in Mülheim und Aldi Nord in Essen erneut zu Protesten der Milchbauern. Die Bauern werfen Aldi vor, Ausgangspunkt der massiven Preissenkungen im Frühjahr gewesen zu sein. An den Milchpreisen von Aldi orientieren sich erfahrungsgemäß auch zahlreiche andere Lebensmittelhändler.

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