Proteste gegen G8-Treffen
Festnahmen und Augenreizungen

Ernüchternde Bilanz der Krawalle in Hamburg am Tag danach: 179 Polizisten klagten über Augenreizungen durch ein Reizgas. Zwei Polizisten und zwei Demonstranten mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus. Die Polizei nahm 34 Randalierer fest. Ist der Polizeieinsatz geglückt?

HB HAMBURG. Die Polizei griff gegen die Krawalle im Anschluss an eine Protestkundgebung gegen das Außenministertreffen der EU und der asiatischen Staaten hart durch: Sie setzte Wasserwerfer ein und nahm 86 Randalierer vorübergehend in Gewahrsam. Die meisten der 179 an den Augen verletzten Polizisten konnten vor Ort behandelt werden und ihren Dienst fortsetzen. Das teilte die Hamburger Polizei am Dienstag mit.

Nach einer zunächst vergleichsweise friedlichen Demonstration mit rund 4 000 Teilnehmern gegen den bevorstehenden G-8-Gipfel war die Lage am Montagabend eskaliert. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen Straßenblockaden, brennende Barrikaden und Angriffe gegen Beamte vor. Die Veranstalter der Demonstration kritisierten das Vorgehen der Polizei als überzogen.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth forderte im Fernsehsender N24 ein Deeskalationsprinzip der Polizei: „Das war ja schon absurd. Man hat die in wirklich menschenleere Gegenden geleitet. Das war eigentlich ein wandelnder Polizeikessel.“

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, bezeichnete den Polizeiensatz dagegen im Norddeutschen Rundfunk als geglückt: „Wir haben mit viel Polizei, mit hohem Kräfteeinsatz dort, soweit es ging, Sicherheit gewährleistet, zumindest was das Demonstrationsgeschehen betrifft.“

Am späten Montagnachmittag hatten die Anmelder die Demonstration vorzeitig beendet, weil sie nach eigenem Bekunden keinen Sinn mehr in einer von der Polizei begleiteten Demonstration durch gesperrte Straßen sahen. Im Anschluss wurden laut Polizei im Bereich des Schanzenviertels kleinere Gruppen gewalttätig. Beamte seien mehrfach massiv mit Steinen, Farbbeuteln, pyrotechnischen Gegenständen und Fußtritten attackiert worden. Im weiteren Verlauf kam es demnach immer wieder zu Sachbeschädigungen und Angriffen auf die Einsatzkräfte und Polizeiautos

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Die Proteste richteten sich gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm in der kommenden Woche und das in Hamburg stattfindende Treffen der europäischen Außenminister mit ihren asiatischen Amtskollegen (Asem), das am Montagabend begann.

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