Der Flugplatz Leipzig-Altenburg - das ist eine 2 235 Meter kurze Piste, ein Tower so breit und so hoch wie drei Litfaßsäulen, ein gedrungenes Terminalgebäude aus Beton, Glas und Wellblech, in das knapp 200 Passagiere passen - so viele wie in eine Ryanair
-Maschine -, ein Tankwagen und zwei Löschfahrzeuge der Flughafenfeuerwehr. Vom Parkplatz vor dem Terminal bis in den Flieger auf dem Rollfeld sind es keine 30 Meter.
Herr des Flugplatzes ist Jürgen Grahmann - ein Überzeugungstäter aus Hessen, der im Osten heimisch geworden ist. "Leipzig lebt vom Image, Dresden vom Tourismus, Erfurt von der Politik und wir von der Wirtschaft", sagt der Geschäftsführer, "unser Flugplatz ist ein Wirtschaftsfaktor und ein Leuchtturm."
Doch wie weit leuchtet er? Die 20 Flüge, die pro Woche nach London-Stansted und Girona-Barcelona starten und landen, deckten im vergangenen Jahr nur 61 Prozent der Kosten. Die Gesellschafter - darunter der Landkreis Altenburg und die Stadtwerke Altenburg - trugen die Verluste.
Um das Städtchen Altenburg herum, das für seine Skatkarten weltberühmt ist, blühen zwar die Landschaften, und dafür sorgt vor allem die Automobilregion Zwickau. Doch das reicht nicht. Und das Einzugsgebiet des Flughafens Leipzig-Altenburg ist mit knapp fünf Millionen Menschen im Umkreis von 125 Kilometern im Vergleich zu etwa Düsseldorf mit 18 Millionen Menschen klein. Um die paar Geschäftsleute und Pauschaltouristen buhlt Leipzig-Altenburg zudem nicht allein, sondern mit den Flughäfen Leipzig-Halle und Erfurt. "Wir wachsen auch auf Kosten der anderen", räumt Grahmann ein, der sich mit der Konkurrenz schon einige Scharmützel geliefert hat.
Da mit dem ursprünglichen Namen Altenburg-Nobitz kein Start zu machen war, taufte Grahmann den Flugplatz Mitte Februar in Leipzig-Altenburg um. Das rief den Geschäftsführer von Leipzig-Halle, den jungen wie ehrgeizigen Hessen Eric Malitzke, auf den Plan. Der erwirkte wegen etwaiger "Irreführung der Passagiere" eine einstweilige Verfügung, nach der es den Thüringern unter Androhung einer Geldbuße von 200 000 Euro untersagt wurde, den neuen Namen zu tragen. Im Mai erklärte das Kölner Landgericht den Namen Leipzig-Altenburg Airport für zulässig.
"Ein echter Erfolg", sagt Grahmann und strahlt, "selbst wenn wir nicht gewonnen hätten. Der Rechtsstreit hätte sich auch dann für uns gelohnt. Das Verhältnis Anwaltskosten zu Marketingertrag war durch die Berichterstattung eins zu zwanzig."


