Prozessauftakt gegen Werner Mauss
„Das Phantom“ auf der Anklagebank

Unerkannt bis in den Saal, gekleidet in einen dunklen Parka: Deutschlands legendärer Ex-Agent Mauss steht wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung vor Gericht. Wenn es schlecht läuft, droht ihm Gefängnis.

BochumAls Ex-Agent Werner Mauss den Sitzungssaal des Bochumer Landgerichts betritt, trägt er einen dunkelblauen Winterparka, die Kapuze hat er sich tief in die Augen gezogen. Später dreht der 76-Jährige den Fotografen und Kamerateams sogar komplett den Rücken zu.

Mauss hatte den Gerichtssaal am Montangmorgen unbemerkt durch den Gefangenentrakt betreten dürfen. Dabei sitzt er nicht einmal in Untersuchungshaft. Eine absolute Ausnahme. Erst als einer der Wachtmeister seinen Kollegen geheimnisvoll zuraunt: „Der Adler ist im Nest“, dürfen auch die auf dem Flur wartenden Zuschauer und Journalisten den Saal betreten.

Was sie sehen, ist ein kleiner, gealterter Herr, der seinen Parka auch während der Verhandlung nicht ausziehen will. Sagen wird der 76-Jährige am ersten Verhandlungstag noch gar nichts. Weder zu den Vorwürfen, noch zu seiner Person. Mauss, von dem jahrzehntelang nicht einmal ein Foto existierte und der deshalb als „Phantom“ galt, will seine Deckung offenbar nicht so schnell verlassen.

Für den ehemaligen Geheimagenten ist der Prozess eine heikle Mission. Es geht um Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Wenn es schlecht läuft, droht ihm sogar Gefängnis. Ein Urteil könnte kurz vor Weihnachten fallen. Die Verteidiger hatten vor Prozessbeginn gleich zweimal das Gespräch mit Richtern und Staatsanwälten gesucht. Das letzte erst in der vergangenen Woche. Dabei haben sie darauf hingewiesen, dass Mauss einer Geheimhaltungspflicht unterliegt.

Richter Markus van den Hövel, Vorsitzender der 2. Großen Strafkammer am Bochumer Landgericht, sieht allerdings im Moment überhaupt keinen Grund dafür, die Bundesregierung oder den Verfassungsschutz einzuschalten. „Ein Kausalzusammenhang zwischen einer sachgerechten Verteidigung und einer Aussagegenehmigung ist zurzeit nicht zu erkennen“, sagt er. Auch die Staatsanwaltschaft sei da ganz seiner Meinung.

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„Das Phantom“ auf der Anklagebank

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Milliardenschwere Rückzahlung

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